Jeder braucht eine Toilette

CARE arbeitet daran, somalischen Flüchtlingen in Dadaab ein Leben in Würde zu sichern

Man stelle sich vor, es gebe einfach keine Toilette. Wie würdelos müssten sich die Menschen fühlen, wenn sie eine Stelle suchen, irgendwo im Gebüsch, versteckt vor den Augen der anderen? So ging es unzähligen somalischen Flüchtlingen, die im letzten Sommer vor Hunger und Gewalt im Nachbarland Kenia Zuflucht suchten.

Über 100.000 Flüchtlinge strömten im Sommer 2011 in das ohnehin schon überfüllte Flüchtlingslager Dadaab im Nordosten von Kenia. CARE ist seit 1991 in Dadaab aktiv. Dabei konzentrieren sich die Helfer unter anderem auf die Versorgung mit Wasser sowie Sanitär- und Hygieneanlagen.

Keinen Zugang zu einer ordentlichen Toilette zu haben, bedeutet nicht nur Scham und verletzte Würde. Die schwierigen sanitären Zustände erhöhen auch das Risiko sich mit Cholera und anderen Krankheiten zu infizieren. Denn wenn menschliche Exkremente nicht richtig entsorgt werden, können sie leicht ins Trinkwasser gelangen. Besonders für Frauen und Mädchen ist die Situation gravierend. Ohne eine solide Toilette sind sie nachts leichte Opfer von Überfällen und Vergewaltigungen, wenn sie in einem Busch ihre Notdurft verrichten.

Sanitäranlagen schützen vor Übergriffen

CARE arbeitet unentwegt an dem Ausbau und der Reparatur von Sanitäranlagen und legt dabei besonderen Wert auf den Schutz von Frauen und Mädchen. Zusammen mit Partnern errichteten die CARE-Teams 4.000 neue Toiletten in Dagalahey, einem der drei Camps von Dadaab. Jetzt müssen sich dort nur noch höchstens 20 Menschen eine Toilette teilen. Das ist zwar nicht genug, aber es ist ein Anfang.

Zeynab Mahmood Hassan ist Flüchtling und lebt in Dagahaley. Sie erzählt: „Einen Ort zu haben, wo wir uns erleichtern können war hier ein großes Bedürfnis, besonders für uns Frauen. Heute sind wir glücklich, dass wir sichere Toiletten haben.“

Wie immer stellt CARE sicher, dass die Flüchtlinge bei den Hilfsmaßnahmen mitsprechen dürfen, als gleichberechtigte Partner. Nachdem gemeinsam ein fünf Meter tiefes Loch gegraben wurde, installierte das CARE-Team die Latrinenplatte, und anschließend einen Sichtschutz aus Zinn. Mit dieser Methode konnten selbst auf dem Höhepunkt des Flüchtlingsstroms 60 Latrinen pro Tag gebaut werden.

Der Ausnahmezustand der Flüchtlingszuströme hat alle in Dadaab tätigen Hilfsorganisationen darin bestätigt, noch enger zusammenzuarbeiten, um schneller zu sein. Für den Bau von Wasser, Sanitär- und Hygienanlagen arbeitet CARE beispielsweise mit dem Norwegian Refugee Council zusammen. Und die Hilfe bleibt im Rahmen der Möglichkeiten auch auf dem neuesten Stand der Technik: Neuerdings werden die Latrinen mit GPS erfasst, um sie besser instand halten zu können.

Im letzten Jahr hat CARE über 2,8 Millionen Menschen am Horn von Afrika unterstützt. Lesen Sie mehr im <media 9367 _blank - "APPLIKATION, Factsheet Jahrestag, Factsheet_Jahrestag.pdf, 1.8 MB">Factsheet</media>

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