Jemen: Angriffe auf Zivilisten müssen aufhören

Bei einem Angriff auf eine Trauerfeier im Jemen sind etwa 140 Menschen ums Leben gekommen / humanitäre Situation katastrophal

Bei einem Angriff auf eine Trauerfeier in Sanaa im Jemen am Samstag wurden etwa 140 Menschen getötet und über 500 weitere verletzt. Das ist der bisher verheerendste Anschlag auf Zivilisten. Im Jemen herrscht seit über einem Jahr Krieg, rund 21,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. CARE verurteilt Angriffe auf Zivilisten zutiefst und fordert eine umfassende Aufklärung des Vorfalls. Alle Parteien im derzeitigen Konflikt im Jemen müssen ihren Verpflichtungen nachkommen, die Bevölkerung und die zivile Infrastruktur zu schützen.

Millionen Menschen im Jemen benötigen dringend Hilfe
Fast 22 Millionen Menschen können derzeit im Jemen ihren Grundbedarf an Nahrungsmitteln nicht decken – das sind mehr als 80 Prozentder Bevölkerung. Außerdem haben 19,4 Millionen Menschen keinen Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen, 14,1 Millionen sind von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Von den insgesamt 1,5 Millionen unterernährten Kindern im Jemen sind rund 370.000 Kinder schwer, akut unterernährt. Vor einigen Wochen schockierten diese Bilder von fast verhungerten Kindern die Öffentlichkeit. Hunger und Durst – das ist leider die Realität für Hunderttausende Kinder.

Insbesondere die Schließung des Flughafens in Sanaa im August 2016 macht die Behandlung chronischer oder lebensgefährlicher Krankheiten unmöglich, da die Menschen im Land nur unzureichend behandelt werden können und es an Medikamenten und medizinischem Gerät fehlt. Insgesamt wurden seit Beginn des Konflikts über 6.780 Menschen getötet und mehr als 33.850 Menschen verletzt. Zwei Wirbelstürme im November 2015 sowie die Sturzflut im April 2016 zerstörten außerdem Heim, Hab und Gut von tausenden Menschen.

Wie hilft CARE?
CARE arbeitet seit 1993 im Jemen. Aktuell unterstützen wir Menschen mit der Errichtung sanitärer Anlagen, insbesondere von Latrinen, sowie mit der Verteilung von Hygiene-Paketen, Lebensmitteln und Bargeld. Mithilfe von Cash for Work-Programmen sollen gleichzeitig Menschen und der Wiederaufbau von Infrastruktur unterstützt werden. Bisher konnte so von Juli bis Dezember 2015 über 252.000 Menschen in den betroffenen Regionen geholfen werden. Dieses Jahr unterstützt CARE insgesamt über eine Million Menschen im Jemen.