Jemen: Fast 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Der dauerhafte Konflikt im Jemen gefährdet zunehmend die Grundversorgung der Bevölkerung. Hilfsorganisationen wie CARE leisten dringend benötigte Unterstützung.

Während der Konflikt im Jemen weiterhin andauert, verschlimmert sich zunehmend die humanitäre Situation der Menschen im Land. Nach jahrzehntelanger chronischer Unterentwicklung und sozio-ökonomischer Krisen sind heute knapp 16 Millionen Menschen – über 60 Prozent der Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen. Insbesondere Kinder und Frauen sind betroffen. „Mehr als 800.000 Kinder unter fünf Jahren leiden an akuter Unterernährung“, erklärt Dawelbait Mohamed, Länderdirektor von CARE Jemen. „Das ist sehr besorgniserregend. Jeden Tag haben mehr Menschen unter der Krise zu leiden.“ Aktuellen Schätzungen zufolge werden im Jemen rund 660 Millionen Euro benötigt, um humanitäre Hilfe zu leisten. Die Grundversorgung steht kurz vor dem Zusammenbruch. Immer weniger Menschen haben Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schulbildung. „Wir sind sehr besorgt, dass der andauernde Konflikt im Land das Schulsystem, die Wirtschaft und das alltägliche Leben der Menschen weiter verschlechtert“, so Mohamed. Er betont: „Es ist äußerst wichtig, dass die Entwicklung des Landes nicht zum Stillstand kommt. Wir müssen sicherstellen, dass das Land nicht noch tiefer in der Armut versinkt.“ Trotz anhaltender politischer und humanitärer Herausforderungen und der unsicheren Lage im Land setzen CARE und seine Partner ihre Hilfe vor Ort fort und leisten in mehreren Regionen des Landes dringend benötigte Unterstützung. CARE arbeitet seit 1992 im Jemen. Die Arbeit von CARE konzentriert sich vor allem auf die Stärkung von Frauen und der Zivilbevölkerung, die Vorbeugung von sexualisierter Gewalt, Wasserressourcenmanagement, die Förderung von guter Regierungsführung und auf die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge und Menschen, die besonders stark vom Konflikt betroffen sind.

Langfristig funktionierende Grundversorgung sicherstellen

„Wir appellieren an die Geber, weiterhin auch langfristige Unterstützung zu leisten. Wir müssen sicherstellen, dass sich die Menschen langfristig auf eine funktionierende Grundversorgung verlassen können“, erklärt Mohamed. „Der Jemen muss politisch wieder stabil werden. Gleichzeitig muss die Finanzierung von humanitärer Hilfe und Entwicklungsprojekten fortgesetzt werden. Wenn sich die politische Stabilität des Landes weiter verschlechtert und es keine weitere Unterstützungen gibt, wird es immer schwieriger werden, die Menschen im Jemen mit dringend benötigter Hilfe zu erreichen“, so Mohamed.