Jemen: Hilfsorganisationen warnen vor Hunger

Zehn Millionen Menschen haben nicht genug zu essen / Nothilfe nur zu 43 Prozent finanziert

Anlässlich der heute im saudiarabischen Riad stattfindenden internationalen „Freunde des Jemen“-Konferenz warnt CARE gemeinsam mit sechs anderen Hilfsorganisationen, darunter Islamic Relief, Oxfam und Save the Children, vor einer drohenden Hungerkrise im Jemen:

Zehn Millionen Menschen – 44 Prozent der Bevölkerung – haben schon jetzt nicht genug zu essen. Fünf Millionen benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe, darunter 267.000 Kinder, die lebensbedrohlich mangelernährt sind. Die geplante Nothilfe der Vereinten Nationen ist bis jetzt nur zu 43 Prozent finanziert – 206 Millionen Euro fehlen.

Die politische Krise des letzten Jahres führte zu erhöhten Nahrungs- und Treibstoffpreisen und damit zu einem Ansteigen der Anzahl der Hungernden, die sich im Vergleich zu 2009 verdoppelt hat. In den meisten Landesteilen gibt es zwar noch genügend Nahrungsmittel, aber für Millionen Menschen sind sie unerschwinglich. Die Situation wird zusätzlich von Konflikten im Norden und Süden des Landes verschärft, die allein in den vergangenen zwei Monaten rund 95.000 Menschen zur Flucht zwangen. Insgesamt sind nun fast eine halbe Million Menschen im eigenen Land vertrieben. Oxfam meldete, dass sich ein Viertel der Bevölkerung verschuldet hat, um ihre Familien ernähren zu können. Kinder werden aus der Schule genommen und zum Betteln geschickt, damit sie ein wenig Geld für Nahrung heimbringen. Mädchen werden frühzeitig verheiratet, um ihre Familien zu entlasten. Wie immer sind es besonders Frauen und Mädchen, die die größte Last der Krise tragen. 

CARE führt im Jemen seit 20 Jahren Hilfsprojekte durch. Ein Schwerpunkt der aktuellen Nothilfe gilt den intern Vertriebenen im Norden und Süden des Landes, die von CARE mit sicheren Unterkünften, Trinkwasser und Maßnahmen im Hygiene- und Sanitärbereich unterstützt werden.

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