Jemen: Vergessener Krieg

21 Millionen Menschen sind im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Am 7. August 2016 wurden die Friedensgespräche für den Jemen in Kuwait unterbrochen, die Feuerpause im schon 17 Monate andauernden Bürgerkrieg brach zusammen und die Kämpfe nahmen in der Folge in ihrer Intensität zu. Bisher sind insgesamt über 6.700 Zivilisten ums Leben gekommen, mehr als 33.000 wurden verletzt.

Zerstörte Infrastruktur

Innerhalb des Jemens sind etwa 2,2 Millionen Bürger auf der Flucht. Dabei fordern Luftangriffe und Artilleriebeschuss nicht nur täglich neue Menschenleben, sondern sorgen auch für eine weitgehende Zerstörung der zivilen Infrastruktur. Die Gesundheitsversorgung ist aufgrund der Schäden und einer Knappheit medizinischer Güter zusammengebrochen und beinahe vollkommen von ausländischer Hilfe abhängig. Seit der Flughafen von Sana’a im August für kommerzielle Flüge geschlossen wurde, können viele Patienten zur Behandlung chronischer oder lebensbedrohlicher Krankheiten auch nicht mehr ausgeflogen werden. Beinahe 20 Millionen Menschen ist der Zugang zu sauberem Wasser und intakten Sanitäranlagen verwehrt.

Insbesondere ist es aber der Hunger, unter dem die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung zu leiden hat. Mehr als 14 Millionen Menschen können sich nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln versorgen. Darunter sind etwa 1,5 Millionen Kinder, die akut unterernährt sind. Sie sind angesichts der mangelhaften Finanzierung der Nahrungsmittelhilfe besonders gefährdet: Der finanzielle Bedarf wird mit knapp 91 Millionen Euro beziffert, wovon jedoch Ende August lediglich 56 Prozent zur Verfügung standen. Diese Unterfinanzierung zieht sich durch alle Felder der humanitären Hilfe im Jemen. Während die Zahl der Bedürftigen weiter ansteigt, ist die finanzielle Unterstützung internationaler Geldgeber rückläufig.

CARE ist vor Ort

CARE ist trotz all dieser schlechten Vorzeichen vor Ort aktiv, um die Not der Menschen zu lindern. Insbesondere die Ausgabe von Nahrungsmitteln, Einkaufsgutscheinen und Hygienepaketen sowie eine Instandsetzung der Wassersysteme oder etwa die Errichtung von Latrinen stehen dabei im Fokus. Dies tun humanitäre Helfer wie unsere Kollegen von CARE oftmals unter Einsatz ihres Lebens. Bisher konnte CARE im Jemen so 1.047.659 Menschen erreichen, wozu auch Binnenflüchtlinge und jene, die in Gastgemeinden Zuflucht gefunden haben, zählen.

Eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ist derzeit nicht absehbar. Dennoch kann es für diesen Konflikt nur eine politische Lösung geben. Die Menschen im Jemen brauchen in ihrer akuten Not aber schon heute Hilfe.

Mehr zu unserer Arbeit im Jemen finden Sie hier.