Jemenkrise: Ein täglicher Kampf ums Überleben

Seit im März 2015 Krieg im Jemen ausgebrochen ist, haben über 2,5 Millionen Menschen ihr Zuhause verloren.

Nama’a und ihre Kinder gehören zu denjenigen, die jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen müssen. „Wir haben Schutz gesucht unter Plastikplanen, die an der Wand befestigt waren und unter Bäumen; ohne Essen und Geld. Oft hatte ich das Gefühl, dass der Krieg unser Ende wäre. Wir sind geflohen und haben Hilfe bei Verwandten gesucht“, berichtet Nama’a. „Aber wie sollen unsere Verwandten uns helfen, wenn sie selbst alles verloren haben und kaum überleben können?“

Der Hunger raubt den Schlaf

Nama’as Kinder sehen oft aus dem Fenster und fragen ihre Mutter nach Essen. „Wir haben seit gestern Morgen nichts mehr gegessen“, sagt der älteste Bruder Mohammed. „Manchmal bekommen wir eine Mahlzeit am Tag, manchmal kriegen wir gar nichts zu Essen. Wir können vor lauter Hunger nicht mehr schlafen.“

„Das hier ist meine Küche. Hier backe ich Brot aus dem Mehl, das ich von CARE bekommen habe“, erzählt Nama’a. „Wir waren schon immer arm, aber es reichte zum Überleben. Jetzt weiß ich nicht, wie lange wir noch so weiterleben können.“

Flucht vor dem Tod

Katiba hat ihr Zuhause und ihren Sohn verloren, als ihr Dorf unter Beschuss geraten ist. „Wir wurden von Schüssen getroffen und ich konnte meinen Sohn nicht retten. Ich habe so viel um ihn geweint“, sagt sie. „Später bin ich mit meiner restlichen Familie in ein anderes Dorf gezogen, um dort Schutz zu suchen. Wir wohnen jetzt bei Verwandten, aber hier sind wir auch nicht sicher“, erklärt Katiba. „Draußen hört man laute Explosionen und Frauen und Kinder laufen angsterfüllt weg. Wir wissen nicht was wir tun sollen, aber für meine Kinder werde ich nicht aufgeben.“

Als Sabah laute Explosionen hörte, ist sie mit ihren Kindern von Zuhause geflohen. Sie sagt: „Wir wussten nicht was los war. Die Geräusche der Explosionen wurden lauter und kamen immer näher. Wir sind schnell fortgelaufen und haben es aus dem Haus geschafft, bevor es von einer Bombe getroffen wurde. Ich weiß nicht, was meine Tochter für eine Zukunft haben wird. Ich kann weder lesen, noch schreiben. Es war immer mein Traum, dass sie später zur Schule gehen kann und gebildet sein wird. Doch jetzt wünsche ich mir vor allem, dass der Krieg aufhört. Ich habe schreckliche Angst vor den Bomben und keinen Ort, wo ich Schutz suchen kann.“