Jordanien: "Bitte vergiss uns nicht!"

Wafaa Adnan Albaik ist 32 Jahre alt und arbeitet als Sozialarbeiterin im CARE Flüchtlingszentrum in Amman. Hier erzählt sie von ihrer Arbeit.

Ich arbeite seit drei Monaten im Flüchtlingszentrum von CARE. Humanitäre Hilfe hat mich schon immer interessiert und ist genau das, was ich machen möchte. Menschen in Not zu helfen bedeutet mir sehr viel.

Wir sprechen mit den syrischen Flüchtlingen, stellen ihnen Fragen und entscheiden dann, wie wir ihnen am besten helfen können. Wir verteilen etwa Bargeld an Flüchtlinge, damit sie ihre Miete bezahlen, sie sich Medikamente und Nahrung kaufen können. Wenn wir ihnen nicht weiterhelfen können, vermitteln wir ihnen den Kontakt zu anderen Organisationen. Manchmal besteht die Hilfe auch nur darin, wichtige Informationen zu kennen und bereitzustellen. Ich besuche die Familien regelmäßig um zu sehen, ob sie noch weitere Unterstützung benötigen.

Im Flüchtlingszentrum zu arbeiten erfüllt mich, denn das wollte ich immer tun: Menschen zuhören und mein Bestes tun, ihnen zu helfen. Natürlich ist meine Arbeit manchmal auch schwierig und belastend. In Mafraq traf ich eine sehr arme Familie, die Mutter musste aus ihrer eigenen Kleidung Decken nähen, um ihre Kinder nachts warm zu halten. Sie hatten weder Wasser noch etwas zu Essen. Ihre Unterkunft war ständig feucht und an regnerischen Tagen überflutete das Wasser das Haus. Als ich ging schrie die Mutter mir hinterher: „Bitte vergiss uns nicht, bitte vergiss uns nicht!“

Die Flüchtlinge sprechen auch vom Leben in Syrien. Sie erzählen, dass sie die ganze Zeit eingeschlossen waren, ohne Nahrung, ohne Wasser; immer nur das Explodieren von Bomben im Ohr. Die Kinder lebten in ständiger Angst, viele wurden zuhause angegriffen. Die Menschen mussten Leichen nachts bestatten, denn am Tag ist es zu gefährlich.

Der schwierigste Teil mein  es Jobs ist es, den Erwartungen der Menschen zu begegnen. Wie soll ich einem Hilfesuchenden erklären, dass wir ihn nicht unterstützen können? Es ist hart, jemandem nicht helfen zu können. Ich hoffe, ich kann den Flüchtlingen Unterstützung geben, wenn ich ihnen zuhöre und mich in ihre Situation versetze.

Wir brauchen mehr Geld, um so vielen Menschen in Not zu helfen, wie möglich. Gestern kamen 120 Flüchtlinge in das Zentrum – an einigen Tagen sind es bis zu 400. Wir können das Flüchtlingszentrum solange betreiben, wie wir finanzielle Unterstützung bekommen. Wir erwarten, dass diese Krise lange andauern und noch viel Hilfe benötigt wird. Im Moment haben wir aber nur genug Mittel, um das Zentrum bis Ende August zu betreiben.

Spenden Sie, damit Wafaa ihre Arbeit fortsetzen und den Flüchtlingen weiter helfen kann!