Jordanien: „Wir möchten nicht noch ein Kind verlieren“

Mahmoud und seine Frau Yousra leben mit ihrem vier Monate alten Baby im Klassenraum einer stillgelegten Schule.

„In 15 Tagen werden wir obdachlos sein, weil wir diese Schule am 1. Mai verlassen müssen. Ein jordanischer Scheich hat dieses stillgelegte Schulgebäude gemietet und uns hier umsonst wohnen lassen. Doch am Ende des Monats läuft sein Vertrag aus. 17 Familien leben in den Klassenräumen und teilen sich die Toiletten. Wir müssen alle ausziehen.

Wir haben Homs vor 20 Tagen verlassen. Wegen der vielen Kontrollpunkte haben wir neun Tage hierher gebraucht. Wir mussten sogar durch Abwasserkanäle laufen. Wir hielten tagsüber an und bewegten uns nur nachts zwischen Mitternacht und drei Uhr. Wir konnten nicht einmal eine Flasche Wasser mitnehmen – alles, was wir mitbrachten, war unser Elend.

Wir hatten einen Sohn, aber er ist gestorben. Meine Frau stand in der Küche und hatte ihn auf dem Arm, als eine Kugel durch das Fenster schlug und ihn tötete. Wir haben nicht einmal ein Foto von ihm. Auch ich wurde in Homs angeschossen und kann nicht richtig laufen. Die Kugel ist immer noch in meinem Körper, deshalb kann ich nicht gut arbeiten.

Wegen dem, was unserem Sohn passiert ist, haben wir ständig Angst um das Baby. Sie ist besonders kostbar für uns, weil wir schon ein Kind verloren haben. Seit wir in Jordanien sind, ist sie krank. Wir sind in ein Krankenhaus gegangen, aber sie wollten über 100 Euro für die Untersuchung und wir hatten kein Geld. Ich musste vor der Moschee betteln, bis mir jemand half. Wir haben für ihre Untersuchung bezahlt, aber sie wussten nicht, was ihr fehlte. Sie haben verschiedene Medikamente ausprobiert, aber keines hat geholfen. Jetzt heißt es, sie habe eine chronische Bronchitis. Aus diesem Grund können wir nicht im Camp leben – dort  ist es staubig und das wäre schlecht für sie. Ich habe Angst, dass sie stirbt, wenn wir dorthin gehen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich um Hilfe betteln muss. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Ich weiß nicht einmal, was in den nächsten Tagen passieren wird.“

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Ruba Saleh von CARE Jordanien erklärt in diesem Video, wie und warum sie und ihr Team die Bedürfnisse der syrischen Flüchtlinge einschätzen. CARE-Mitarbeiterin Deborah Underdown beschreibt in einem Blog ihre Eindrücke aus Amman.