Kambodscha: Dreifach abgesichert gegen Dürre

Kambodscha leidet unter der schlimmsten Dürreperioden seit Jahrzenten. Doch nicht alle sind gleich stark betroffen.

Wenn CARE den Brunnen nicht gebaut hätte, müsste Thy bei Knappheit noch immer Wasser kaufen. Bevor sie nicht wusste, wie sie mit ihrem Vieh ein gutes Einkommen erzielen kann, wäre dafür kein Geld übrig gewesen. Wenn sie nicht Teil der von CARE initiierten Kleinsparergruppe wäre, hätte Thy in solchen Fällen auch keinen Kredit erhalten, um das Nötigste zu besorgen. Dann wäre sie vollkommen vom Einkommen ihres Mannes abhängig gewesen, was ohnehin nicht ausgereicht hätte, um in der schlimmsten Dürreperiode seit Jahrzehnten über die Runden zu kommen.

 

Unabhängig durch eigenes Gewerbe


Schon seit vielen Jahren engagiert sich CARE in Thys Heimat in Kambodscha und bestärkt Frauen darin, sich aktiv selbst ein kleines landwirtschaftliches Gewerbe aufzubauen, um finanziell unabhängig zu sein und so eine gleichberechtigte Rolle in der Familie wie auch in der Gesellschaft einnehmen zu können.
Da Thy an diversen CARE-Schulungen teilnahm – über effektive Schweinezucht, finanzielle Grundkenntnisse und vieles mehr – war sie gerüstet: So wurde die aktuelle Dürre für sie eine Belastung, mit der sie umgehen konnte. Die verheerenden Auswirkungen, mit denen viele andere zu kämpfen hatten, blieben Thy erspart.

„Schon früher hielt ich zu Hause Tiere, aber ich kannte mich nicht wirklich damit aus. Ich habe kein Geld mit ihnen verdient. Doch jetzt habe ich allein in diesem Jahr schon 10 Schweine verkauft und 700.000 Riel (knapp 160 Euro) eingenommen. Und das ist obendrein nicht meine einzige Einkommensquelle, denn ich halte auch Hühner und pflanze Gemüse an. Außerdem habe ich gelernt, wie man richtig verhandelt, sodass ich auch einen hohen Profit mit meinen Waren erziele.“, erklärt Thy stolz und führt fort: „Ich bin so froh, dass ich mein eigenes Geld verdienen kann. Ich glaube fest an meine Fähigkeiten; ich glaube daran, dass ich meine Familie stärken kann. Mein Mann und ich verdienen nun beide gleichermaßen.“

 

Abgesichert durch Kleinspargruppen


Thy spart einen Teil ihres wohlverdienten Geldes in einer lokalen Kleinspargruppe. Ihre neuen Fertigkeiten und ihr Geschäftssinn nützen ihr auch dort, wenn sie zum Beispiel berechnet, wie ihr Einkommen durch die richtigen Investitionen weiter gesteigert werden kann. Besonders aber bedeutet die Kleinspargruppe für sie eine Absicherung: Wäre es für ihre Familie in der Dürreperiode finanziell hart auf hart gekommen, hätte sie dort für das Nötigste einen Kredit mit niedrigen Zinsen erhalten.
Dass es dazu nicht kam, verdankt sie auch dem von CARE neu errichteten Brunnen. „Er versorgt meinen Hof mit Wasser. Ohne ihn müsste ich alle fünf Tage etwa 40.000 Riel (ca. 9 Euro) dafür aufbringen. Nun kann ich das Geld für die Zukunft sparen“, freut sich Thy.

 

Nachhaltig und wetterfest


Die junge Frau erweist sich als wahre Anpassungskünstlerin und hat schon jetzt die wirtschaftlichen Möglichkeiten ausgemacht, die ihr der Brunnen in Zukunft eröffnen kann: „Eigentlich sparte ich, um mehr Saatgut für meinen Gemüsegarten anzuschaffen. Mittlerweile denke ich aber eher, es wäre wohl eine bessere Zukunftsinvestition, eine Wasserpumpe zu kaufen, mit der ich meine Pflanzen noch einfacher bewässern kann. So würde ich die Qualität meines Bodens verbessern, sodass ich dann zukünftig noch mehr Gemüse anbauen kann.“

Während der Dürre nun ist Thy nicht unter den Empfängern der Hilfsgüter, die CARE verteilt. Sie braucht sie nicht. Mit Hingabe und harter Arbeit baut sie ihr eigenes Geschäft weiter auf und kann Geld für schlechte Zeiten beiseitelegen. Als die Brunnen austrockneten, musste sich ihre Familie nicht wie so viele andere zwischen Essen und Wasser entscheiden.
Die Basis ihres Erfolgs ist nicht auf Sand gebaut, denn Thy war gleich dreifach abgesichert: Durch ihr Wissen aus den Schulungen, der Kleinsparergruppe, und dem Brunnen. Sie ist ein Beispiel für viele andere starke Frauen, die sich mit den Werkzeugen, die CARE ihnen an die Hand gibt, selbständig eine nachhaltige Existenz aufbauen.

Die angesprochenen Maßnahmen sind Teil des Local Economic Leaders Project, finanziert von der australischen Regierung.

Mehr zu unserer Arbeit in Kambodscha finden Sie hier.