Katastrophengebiet Philippinen: Auf Taifun Lando folgt El Niño

Kaum haben sich Kleinbauern von Taifun Lando erholt, müssen sie die nächste Krise meistern: Wie gehen die Philippinos mit Wetterphänomen El Niño um?

Noch vor fünf Monaten sah die Provinz Nueva Ecija auf der philippinischen Hauptinsel aus, als hätte sie das Meer verschluckt. Mittlerweile hat sich das Wasser zurückgezogen, doch Lando, ein Taifun der Stärke drei, hat tiefe Spuren hinterlassen. Mit starken Stürmen und Regenfällen zerstörte er zahlreiche Reis- und Getreidefelder und mit ihnen die Lebensgrundlage vieler Kleinbauern.

„Wir hatten gerade Reis, Zwiebeln, Kohl und Bohnen angebaut. Nun haben wir alles verloren. Die Folgen sind verheerend für uns, weil wir so viel investiert haben“, klagt der 39-jährige Reis- und Zwiebelfarmer Mario aus Gabaldon. 

Mario ist einer von drei Millionen Menschen, die betroffen sind. Wie die meisten, verdient auch er seinen Lebensunterhalt mit Landwirtschaft und Viehzucht. Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft beläuft sich der Schaden, den der Taifun verursacht hat, auf rund 120 Millionen Euro. 

Gemeinsame Hilfsaktionen 

Ein paar Monate nach dem Taifun müssen sich die Bauern einer weiteren Herausforderung stellen. Das Wetterphänomen El Niño ist auf den Philippinen eingetroffen. Inmitten all dieser Schwierigkeiten zeigen die Kleinbauern große Ausdauer, wieder auf die Beine zu kommen.  

„Die philippinischen Bauern haben hart gearbeitet und ihre Felder frei geräumt, um wieder Zwiebeln anzubauen. Obwohl große Teile der Felder nach wie vor unfruchtbar sind, haben wir uns mit Hilfe der vielen Unterstützung eine neue Existenzgrundlage geschaffen“, berichtet Mario stolz. 

Internationale Hilfsorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um die betroffenen Dörfer der Gemeinden Laur und Gabaldon zu unterstützen. CARE hat gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen einen Bargeldtransfer eingerichtet. Mit dieser Hilfe können die Opfer des Taifuns ihre Beschäftigung wieder aufnehmen oder neuen Berufstätigkeiten nachgehen. 

„Ich habe 74 Euro von Hilfsorganisationen bekommen. Dieses Geld habe ich sofort in Dünger investiert und mit dem Zwiebelanbau begonnen“, erzählt Mario. Er setzt Himmel und Erde in Bewegung, um seine vier Kinder großzuziehen. Seine erste Zwiebelernte erwartet er im nächsten Monat. Damit will er das Schulgeld für seine Kinder bezahlen. 

Keine Angst vor der Zukunft

Die philippinischen Bauern wissen, dass in der Zukunft weitere starke Taifune auf sie zu kommen können. Daher bereiten sie sich schon jetzt auf die nächste Katastrophe vor. CARE und andere Hilfsorganisationen führen in Nueva Ecija Seminare zu Risikoeinschätzung und einfachen Maßnahmen zur Risikominderung durch. 

„Trotz der extremen Hitze geben die Menschen nicht auf. Die Landwirtschaft ist fester Bestandteil ihres Lebens. Die meisten von ihnen sind gewöhnliche Feldarbeiter. Obwohl ihnen die Felder nicht gehören, kämpfen sie dafür, sie wieder fruchtbar zu machen. Dabei helfen wir ihnen“, sagt Athena Gepte, CARE-Projektkoordinatorin auf den Philippinen.