Kenia: „Die Würde der Flüchtlinge muss an erster Stelle stehen“

CARE unterstützt Flüchtlinge in Dadaab mit Nahrungsmitteln, Nothilfeartikeln und psychosozialer Beratung

Immer mehr Menschen flüchten am Horn von Afrika vor den schwerwiegenden Auswirkungen der Dürre. Mehr als 10 Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien, Somalia und Dschibuti brauchen dringend humanitäre Hilfe.

Jeden Tag kommen etwa 1.000 Flüchtlinge in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, an. Gestern waren es sogar 1.630 Menschen, die sich im Camp des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen registrierten. Von CARE erhielten sie Nahrungsmittel und wurden mit Decken, Kanistern und anderen Nothilfeartikeln ausgestattet.

Mehr als 18.000 Flüchtlinge warten auf ihre Registrierung in Dadaab

„Wir müssen weiterhin auf Hochtouren arbeiten. Es kommen immer mehr Menschen. CARE stockt seine Hilfe weiter auf, um den betroffenen Menschen helfen zu können“, so CARE-Koordinator Michael Adams in Dadaab. „Wir müssen sicherstellen, dass die Würde der Flüchtlinge gewahrt wird und an oberster Stelle unserer Arbeit steht.“

Lesen Sie hier den Blog von CARE-Mitarbeiterin Alexandra Lopoukhine aus Dadaab!


Im Moment warten mehr als 18.000 Flüchtlinge darauf, sich zu registrieren. Fast jedes fünfte der wartenden Kinder ist akut unterernährt. In den letzten drei Wochen haben sich bereits 38.000 Menschen als Flüchtlinge im UNHCR-Camp gemeldet. „Wir waren so hungrig und konnten gar nicht mehr arbeiten. Am Anfang sind wir mit der ganzen Familie losgezogen. Aber am fünften Tag unserer Flucht starb mein Mann an Tuberkulose. Uns blieb nichts anderes übrig, als weiter zu laufen“, erzählt Dainabo, die mit 30 Jahren nun Witwe und Mutter von drei kleinen Kindern ist. „Ich brauche dringend Hilfe.“

„Ich freue mich, wenn ich wieder zur Schule gehen kann“

Viele Menschen, die in Dadaab ankommen, haben schwere Schicksalsschläge erlebt. Vor allem für Frauen und junge Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt, Zwangsverheiratungen oder Vergewaltigungen wurden, bietet CARE daher psychologische Unterstützung an. Bereits bei ihrer Ankunft werden die Flüchtlinge auf diese Möglichkeit sowie auf die verschiedenen Gesundheitszentren im Camp hingewiesen. CARE wird die psychologischen Beratungsstellen schnellstmöglich weiter ausbauen.

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CARE plant außerdem, Schulen für die Kinder im Camp zu errichten. In den nächsten Tagen wird ausgewertet, wie viele Flüchtlinge im Schulalter sind, wie viele Wasser- und Sanitäranlagen und Lehrer benötigt werden. „Wir haben zwei Wochen gebraucht, um hierhin zu kommen. Ich war zusammen mit 30 anderen unterwegs. Wir waren sehr glücklich, als uns hier Wasser und Essen gegeben wurde. Es geht uns jetzt viel besser. Ich freue mich, wenn ich bald vielleicht auch wieder zur Schule gehen kann“, sagt die 15jährige Andullahi.

 

CARE-Hilfe am Horn von Afrika:

CARE Äthiopien konzentriert sich derzeit unter anderem auf die Abwasserentsorgung sowie die Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasseraufbereitungstabletten und Hygieneartikeln. Bisher konnte CARE Äthiopien so mehr als 218.000 Menschen unterstützen.

CARE Kenia unterstützt Gemeindetierärzte bei Impfungen, um Krankheiten des Viehs zu vermeiden. Außerdem konzentriert sich CARE Kenia langfristig auf Katastrophenvorsorge und -management lokaler Gemeinden. Auch Wasserversorgung, Hygieneschulungen und die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten sollen die betroffenen Menschen unterstützen. Über 167.000 Menschen konnten so bisher erreicht werden. In den nächsten Wochen soll 200.000 weiteren Menschen im Nordosten des Landes geholfen werden.

CARE Somalia (Somaliland und Puntland) engagiert sich im Bereich Wasserversorgung und bietet "Cash for Work"-Programme an. Bisher konnten so 164.000 Menschen unterstützt werden.

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