Kenia: Rückschritt durch den Klimawandel

Folge 3 der Serie: Wie erleben CARE-Mitarbeiter aus aller Welt den Klimawandel?

Meine Begegnungen mit den Menschen in CARE-Projekten sind oft hoch interessant und faszinierend. Denn ihr Wille und ihre Entschlossenheit ihr Leben zu verbessern, sind stets präsent. Sie sind sich ihrer Umwelt und ihrer Lage bewusst und greifen auf einen großen Reichtum an Wissen zurück, mit dem sie selbst Lösungen für ihre Probleme entwickeln. Oft können sie diese Ideen mit ein wenig Hilfe selbst umsetzen und eigenständig ihre Lebensbedingungen verbessern.

Warum bestraft uns Gott?

In unseren Gesprächen frage ich stets, welche Erfahrungen sie mit den Wetterbedingungen machen. Die Antworten, die ich höre, gleichen sich: „Heutzutage ist es viel wärmer“, beobachten einige. Andere sagen: „Es ist schwierig vorherzusagen, wann der Regen kommt. Und wenn er kommt, dann regnet es manchmal so stark, dass es mehr schadet als hilft.“ Einige wiederum erwähnen die Trockenzeiten: „Dürren treten häufiger auf, sind schwerwiegender und halten länger an.“ All diese Dinge haben mehr oder weniger fatale Auswirkungen auf die Existenzgrundlage vieler Menschen. Und viele der Menschen fragen sich schon, warum Gott sie so schwer bestraft.

Ich habe dieses Jahr mehrere Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, wie sich Gemeinschaften an den Klimawandel anpassen. Um sich gegen die negativen Folgen des verändernden Klimas zu wappnen, verlassen sich manche Bewohner auf schädliche Strategien. Sie fällen zum Beispiel Bäume, um daraus Holzkohle herzustellen oder sie als Feuerholz zu verkaufen. Oder sie benutzen Nahrungsmittel aus Hilfslieferungen, um ihre Tiere zu füttern. Dass diese Strategien nicht nachhaltig sind, ist ihnen durchaus bewusst. Aber was sollen sie sonst machen, um zu überleben?

Für die Zukunft planen


Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Gemeinschaften, die sich sehr gut an die Veränderungen anpassen. Dafür bin ich wirklich dankbar. Sie arbeiten zusammen, schaffen Innovationen, legen ihr Geld zusammen und nehmen Gelegenheiten wahr. Ich bin Selbsthilfegruppen von Frauen begegnet, die Sparvereine gegründet haben, habe mit Viehzüchtern gesprochen, die Kraftfutter und Heu produzieren und speichern. Bauern planen nun vorausschauend: Sie lagern Samen für die nächste Saat und pflanzen dürre-resistente Feldfrüchte. Dorfgruppen pflanzen Bäume und arbeiten am Bau von Bewässerungssystemen und Staudämmen. Mit ihrer Hoffnung, ihrem Aktivismus und ihren Taten sind sie Vorbilder in ihren Familien und Gemeinschaften. Denn sie sind ein Beispiel dafür, dass man sich anpassen und dabei in Sicherheit und Würde leben kann.

Nun treffen sich die Führer der Welt in Kopenhagen, um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Mein Wunsch ist es, dass sie einen viel stärkeren politischen Willen zeigen, die Auswirkungen des Klimawandels auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu bekämpfen. Gerne würde ich feste Zusagen der Industrienationen und Schwellenländer sehen, den CO2-Ausstoß schnell auf die von der Wissenschaft empfohlenen Werte zu senken. Außerdem wünsche ich mir eine stärkere technologische, technische und finanzielle Unterstützung für Anpassungsmaßnahmen und -projekte in Entwicklungsländern. Wo möglich, sollten auch die Entwicklungsländer darauf achten, auf ihrem Weg zum Wachstum ihren CO2-Ausstoß zu begrenzen. Ihre Aufgabe ist es auch, sicherzustellen, dass die für die Anpassung an den Klimawandel verfügbaren Ressourcen wirklich die bedürftigsten Gruppen erreichen. Schließlich besteht auch die Notwendigkeit, stärkere Partnerschaften zwischen Regierungen, bedürftigen Gemeinschaften, der Zivilgesellschaft, privaten Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen zu bilden, um dem Klimawandel zu begegnen.

 

CARE-Serie zur Klimakonferenz in Kopenhagen:

Folge 1 - Indonesien: Die Zukunft unserer Kinder
Folge 2 -
Peru: Klimawandel bedeutet Hunger
Folge 3
- Kenia: Rückschritt durch den Klimawandel
Folge 4 - Bangladesch: Das Wasser kommt
Folge 5 - Tansania: An die Staatsoberhäupter der Welt

Folge 6 -
Nepal: Was Du heute kannst besorgen...
Folge 7 -
Thailand: Der hohe Preis der Anpassung
Folge 8 -
Guatemala: Die Geschichte von Graciela Cabrera de Lopez
Folge 9 - Vietnam: Der Klimawandel findet JETZT statt
Folge 10 - Bangladesch: "Im letzten Jahr nahm sich die Flut unsere Ernte"