Kongo: Fragiler Frieden, Zivilisten leiden weiter

Jamann: „Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen“

Goma/Bonn, 22. Januar 2009. “Das Friedensabkommen zwischen der Regierung der demokratischen Republik Kongo und der Rebellengruppe „Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes“ (CNDP) ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Wolfgang Jamann, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. „Die Flüchtlinge müssen jedoch weiterhin geschützt werden, bis aus fragilem ein stabiler Frieden wird“, fordert Jamann. Viele Einwohner würden nun in ihre Dörfer zurückkehren. Es stelle sich aber die Frage, so Jamann, wie nachhaltig und sicher diese Rückkehr sei. „In der Theorie gibt es einen hohen politischen Willen der Parteien, Frieden zu schaffen. Aber in der Realität ist das Risiko hoch, dass die Spannung zwischen den Rebellen steigt. Dann könnten wir weitere Vertreibungen erleben“, ergänzt Jamann. Dazu komme die unsichere Lage im Nordosten des Kongo, wo die Rebellentruppe „Widerstandsarmee des Herrn“ (LRA) die Einwohner des Kongo auf brutale Weise töte und vertreibe.

Die momentane Waffenruhe erlaube es CARE, Hilfe zu leisten um die Folgen des Krieges zu lindern. Jamann weiter: „Der Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen. Dörfer sind geplündert, die Ernte konnte nicht eingefahren werden. Menschen haben ihren Lebensunterhalt verloren, vor allem Frauen und Kinder leiden unter Traumatisierung.“ Jetzt gelte es, die Menschen bei der Rückkehr zum Frieden zu unterstützen und ihnen eine Lebensperspektive zu geben.

Aufgrund der Sicherheitslage und ständiger Kämpfe konnte CARE seit Dezember vergangenen Jahres nur innerhalb der Stadt Goma Hilfe leisten. CARE hat knapp 2.500 Flüchtlingsfamilien mit Decken, Küchenutensilien, Hygieneartikeln und Plastikplanen zum Schutz vor Regen versorgt. Dabei wurden vor allem Frauen versorgt, die sich allein um ihre Kinder kümmern müssen. Medikamente, die ein Anstecken mit HIV verhindern können, hat CARE an Kliniken verteilt, die vergewaltigte Frauen betreuen. Zusammen mit der Organisation Merlin hat CARE eine Cholera-Station im Goma aufgebaut.

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