Kosovo: „Ein Winter, den ich nie vergessen werde”

Mit Geldern des Auswärtigen Amtes versorgt CARE Roma-Familien in Peja mit Feuerholz.

Hazir Gashi ist Roma. Er lebt in Berzhenik, einem kleinen Dorf in Peja, im Westen des Kosovo. Er lebt hier seit vielen Jahren, aber einen Winter wie den letzten hat er noch nie erlebt. "Der Schnee war bis zu anderthalb Meter hoch, die Straßen konnten wir nicht mehr befahren", erzählt der 50-Jährige. Feuerholz zum Heizen hatte er nicht. Der Preis für Holz war gestiegen, bis zu 90 Euro kostete ein Kubikmeter. Hazir bekommt im Monat gerade einmal 80 Euro Sozialhilfe. Davon muss er seine achtköpfige Familie versorgen. Einen Großteil des Geldes muss er für Medizin für seine kranke Frau aufwenden. Manchmal sammelt er Altmetall und verkauft es zum Recycling. Genug, um sich Feuerholz zu kaufen, verdient er damit aber nicht. An Neujahr schenkte ihm deshalb ein Cousin ein bisschen Holz. "Mein Cousin verdient selbst nicht viel. Aber mit dem Feuerholz hat er uns ein großes Geschenk gemacht. Wenigstens hatten wir es so an Silvester warm." Vor allem für seine sechs Kinder war es eine große Freude. "Sie konnten vorher häufig wegen der Kälte nicht richtig schlafen", erinnert sich Gashi. 

Drei Kubikmeter Holz für jede Familie

In einer besonders kalten Nacht lag eine seiner Nachbarinnen in den Wehen. Die schwangere Frau musste dringend ins Krankenhaus. "Wir konnten zwar ein großes Auto organisieren, aber es gab einfach kein Vor und Zurück. Es war vollkommen unmöglich, es überhaupt nur einen Zentimeter zu bewegen." In den frühen Morgenstunden gebar die junge Frau mit Hilfe einiger Dorfbewohnerinnen ihr Kind. Im Auto, das sie eigentlich in den Kreissaal bringen sollte. "Wir haben großes Glück gehabt. Der Mutter und dem Baby geht es gut." Das ganze Dorf hat dann zusammen gefeiert. Vor einigen Tagen hatten Hazir und seine Nachbarn einen weiteren Grund, zu feiern: Sie haben neues Feuerholz bekommen - von CARE. Jede Familie erhielt drei Kubikmeter Feuerholz, finanziert wurde die Hilfe vom Auswärtigen Amt. 

"Es hat sich viel verändert, seit dem Ende des Krieges. Jetzt warten wir auf den wirtschaftlichen Aufschwung. Bis dahin sind wir auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen wie CARE angewiesen", sagt Hazir. "Meine Kinder sind wie ich Roma, aber sie spielen mittlerweile auch mit Kindern anderer Ethnien. Das gibt mir große Hoffnung für die Zukunft."