Kosovo: Feuerholz gegen die Kälte

Mit Geldern des Auswärtigen Amtes verteilt CARE Feuerholz an Familien im Kosovo. Der Winter war so schwer wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Der Winter in Europa war kalt. So kalt, dass der plötzliche Wintereinbruch viele Dörfer im Balkan von der Außenwelt abschnitt. Tagelang waren sie ohne ausreichend Nahrung, Wasser und Medikamente. In Teilen Serbiens wurde sogar der Notstand ausgerufen, mehr als 560 Menschen kamen in ganz Europa ums Leben.  Senada Kurtovic ist eine von vielen, die diesen Winter so schnell nicht vergessen werden. Sie, ihr kranker Mann und ihre drei Kinder verbrachten die letzten drei Monate eingewickelt in warme Wolldecken, heizen konnten sie schon lange nicht mehr. Das Feuerholz war aus. Das Haus war bei Temperaturen unter 25 Grad so kalt, dass sie ihren eigenen Atem ständig sehen konnten. Manchmal ist Senada durch das Dorf gelaufen und hat Äste gesammelt, die durch den schweren Schnee abgebrochen sind. „An diesen Abenden konnte ich endlich wieder ein Lächeln in den Gesichtern meiner Kinder sehen, weil es schön mollig warm war“, erzählt sie. 

70 Euro Sozialhilfe für eine fünfköpfige Familie

Während des Krieges wurde ihr Haus im Dorf Berzhenik in der Nähe von Peja im Westen des Kosovo vollkommen zerstört. Seitdem leben sie in einem kleinen Haus, das eigentlich ihrem Nachbarn gehört. Der lebt allerdings im Ausland. Möbel hat die Familie nicht. „Wir müssen jeden Tag damit rechnen, dass er zurück kommt und sein Haus wieder haben will“, erzählt die 37jährige Senada. „Ich habe die lokale Regierung hier schon häufig um eine Unterkunft gebeten, sogar das Fernsehen hat uns mal dabei begleitet. Aber bisher gibt es für unsere Familie keine Lösung. Alles, was wir im Monat zum Leben haben, sind 70 Euro Sozialhilfe.“ Damit Senadas Familie und hunderte andere Familien wieder in einem warmen Haus leben können, verteilt CARE Kosovo mit der Unterstützung des Auswärtigen Amtes Feuerholz an sie. 
Jeder zweite im Kosovo lebt – wie Senadas Familie – unterhalb der Armutsgrenze. Aber Senada verliert die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht. Ihre Kinder sind sehr gute Schüler, und  sie gibt alles dafür, dass sie sie auch beenden können. Sie ist sich sicher, dass sich das auszahlt, wenn die beiden später einen guten Job bekommen. Bis dahin ist Senadas Familie darauf angewiesen, dass sie von Organisationen wie CARE unterstützt wird.