Krise in Mali: Ein Tag mit CARE in Ségou

Vielen intern Vertriebenen in Mali fehlt es an existenziellen Dingen wie Nahrung. CARE hilft ihnen, ihre Lebensgrundlage zu sichern.

Die Stadt Ségou im Süden Malis. Es ist acht Uhr morgens. Der Himmel ist blau und es liegt ein leichter Dunst in der Luft. An der Straße, die direkt zum Fluss Niger führt, zwischen Gerichtsgebäude und Rathaus liegt ein Platz. Es ist einer der Plätze, an denen CARE Nahrung an Menschen vergibt. Er ist voll mit Menschen – Frauen, Männern und Kindern. Aber hauptsächlich sind es Frauen – ein Meer bunter Kopftücher. Einige tragen einen Schleier und die meisten haben ein Lächeln auf ihrem Gesicht.  

Es liegt Erleichterung in der Luft, als sie Öl, Erbsen, Salz und andere wichtige Dinge erhalten. Eine der Frauen ist Kadidia aus der Region Gao. Sie musste mit elf Mitgliedern ihrer Familie nach Ségou fliehen. Trotz des Sacks mit Nahrung, der sie auf ihrem Kopf balanciert, lächelt sie: „Ich finde keine Wort, um meine Erleichterung zu beschreiben. Das ist das erste Mal, dass wir etwas erhalten haben. Möge Gott CARE schützen. CARE steht uns zur Seite, wenn wir Hilfe am nötigsten brauchen“, sagt sie. Auf dem Platz warten aber auch andere, die gerade angekommen sind und hoffen, sich in die Schlange einreihen zu können. Die etwa 60-jährige Fatoumata erzählt, dass sie mit fünf ihrer Kinder nach Ségou geflohen ist. Sie sieht müde aus. Sie kann weder lesen noch schreiben, aber sie hält ihren Ausweis für intern Vertriebene hoch und hofft, dass jemand auf sie aufmerksam wird. „Helft mir und Gott möge euch dafür helfen“, sagt sie schüchtern.

Nicht weit vom hier, unter dem Schatten eines Baumes, sitzt Mohamed. Vor ihm liegt der Stock, mit dem er sonst seine Tiere zusammengetrieben hat. Jetzt hat er keine Tiere mehr, den Stock hat er trotzdem behalten. „Mein ganzes Leben war ich ein Hirte, aber bewaffnete Gruppen haben mir all mein Vieh genommen. Jetzt habe ich  nichts mehr. Ich bin mit meiner Frau und unseren sieben Kindern geflohen. Es hat uns viele Tage gekostet, nach Ségou zu gelangen. Wir sind weit gelaufen, bevor wir einen Fahrer gefunden haben, der Mitleid mit uns hatte. Jetzt sind wir hier – in Sicherheit, aber ohne alles andere.” Seine Stimme schwankt, seine Augen sind gerötet. „Ich habe viel von CARE in Mali gehört, also kam ich her und bat um Hilfe“, fasst er zusammen. Bald wird er sich in die Schlange von Menschen einreihen, die auf eine Ration Nahrung warten. Die bringen sie zu ihren Familien. Manche zur Fuß, den Sack auf ihren Köpfen, einige mit geliehenen Eselskarren oder Motorrädern.