Krumme Rücken: Kinderarbeit in Nepal

Der CARE-Preis für humanitäre Fotoreportagen geht in diesem Jahr an Luca Catalano Gonzago

Ziegelsteine werden in weiten Teilen der Welt noch per Hand hergestellt – für die Arbeiter, die oft minderjährig sind, bedeutet das tägliche Strapazen. In Asien, Lateinamerika und Afrika graben Kinder Lehm aus der Erde, der mit Hilfe von Schaufeln und Spitzhacken zu Ziegelsteinen geformt wird. Der Lehm wird mit Wasser gemischt und dann in Holzformen gegossen. Wenn die Ziegelsteine getrocknet sind, transportieren die Kinder sie auf ihrem Rücken oder auf dem Kopf. Jeder Ziegelstein wiegt etwa vier Kilogramm – viel zu viel für die schmächtigen, oft unterernährten Körper.

Zwischen tausend und zweitausend solcher Steine müssen Kinder am Tag schleppen. Für einen Hungerlohn ruinieren sie ihre Gesundheit und können nicht zur Schule gehen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass mehr als 2,6 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren in Nepal arbeiten müssen – das sind etwa 40 Prozent der gesamten Minderjährigen im Land.

Der italienische Fotograf Luca Catalano Gonzago hat einige dieser Kinder getroffen und ihre verlorene Kindheit mit der Kamera eingefangen. Die Fotografien zeigen Kinder, die unter der Last der Arbeit beinahe zusammenbrechen. Und solche, die viel zu früh erwachsen werden mussten und sich anscheinend ihrem Schicksal gefügt haben.

CARE Frankreich vergibt den Grand Prix du Reportage Humanitaire seit 1994 an Fotografen, die den Opfern humanitärer Katastrophen weltweit ein Gesicht geben. Die Auswahl der Jury spiegelt das Anliegen von CARE wider, vergessene Krisen ins Scheinwerferlicht zu rücken, die von der Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern zu selten wahrgenommen werden. Die prämierten Fotos klagen extreme Armut und Ungerechtigkeit an, gegen die auch CARE weltweit kämpft.

Die vier weiteren Finalisten waren Andrew McConnell (Krise in der Demokratischen Republik Kongo), Zalmaï (Versprechungen und Lügen, der menschliche Preis des Krieg gegen den Terror in Afghanistan), Robin Hammond (Cholera in Zimbabwe) und James Chance (Manila/Philippinen ‐ Die Ärmsten der Armen). Die Preisverleihung findet am 3. September in Perpignan statt, die Auszeichnung ist mit 8000 Euro dotiert.

Mehr Informationen auf der Homepage von CARE Frankreich (in französischer Sprache)