Laos: Für ein minenfreies Leben

Chris Wardle, CARE-Mitarbeiter in Laos, über die Gefahren von Minen in Sekong

Ich arbeite seit zwei Jahren im Süden von Laos. Wir versuchen hier die Lebenssituation von Familien in der Provinz Sekong zu verbessern. Das bedeutet vor allem: Das Land von Minen befreien.

Über Laos wurden im zweiten Indochinakrieg (1964-1973) über zwei Millionen Tonnen Bomben abgeworfen. Etwa 30 Prozent davon sind bisher noch nicht explodiert. Alleine im Zeitraum zwischen 1964 und 2008 sind über 50.000 Menschen durch Sprengkörper gestorben oder verletzt worden, die während des Krieges nicht detoniert sind. Zwei Millionen Tonnen Bomben – das kann ich mir kaum vorstellen! Ein großes Auto wiegt zwischen 1,5 und 2 Tonnen, das heißt, dass die Bomben, die über Laos abgeworfen wurden, einer Million großer Autos entsprechen.

Sehen Sie hier ein Video von CARE Laos zur Arbeit in Sekong und fortbestehenden Minengefahr.

Auch heute, Jahrzehnte später, explodieren die Blindgänger noch, wenn sie bewegt oder gestört werden. In Sekong liegen unter jedem vierten Dorf noch Blindgänger – die meisten kann man nicht sehen. Die Minen sind ein großes Hindernis für die Entwicklung der Region: Bauen die Menschen auf den verminten Feldern an, setzen sie sich großer Gefahr aus. Bauen die Menschen nichts an, haben sie nichts zu essen. Häufig haben sie keine Wahl und bewirtschaften trotz der Gefahr für Leib und Leben die Felder.

CARE arbeitet seit einigen Jahren mit den Gemeinden in Sekong zusammen. Zuallererst räumen Experten die Minen. Auf den geräumten Feldern werden dann Fischteiche, Kaffee-Plantagen oder Reisfelder errichtet. So haben die Dorfbewohner wieder eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Bevölkerung in den Dörfern in Sekong ist sehr jung, über 60 Prozent sind unter unter 18 Jahren. Die Dorfbevölkerung wächst und damit auch die Notwendigkeit, noch mehr – und damit auch vermintes – Land zu bewirtschaften. Deswegen ist es wichtig, Bewusstsein über Minengefahr zu schaffen.

CARE bietet deswegen in den betroffenen Gemeinden Schulungen zum Thema Minengefahr an. Sie richten sich vor allem an Bauern, Alteisensammler und Kinder. Kinder sind in besonderem Maße gefährdet. Anders als die Generationen vor ihnen wachsen viele ohne das Bewusstsein um die Gefahren der Minen auf. Besonders die neue Generation, die mit dieser andauernden Gefahr leben wird, muss unterstützt werden.

Um Gemeinden in Laos und anderen Teilen der Welt vor Minengefahr zu schützen und beim Kampf gegen Armut zu unterstützen, benötigt CARE Spenden:
Spendenkonto 4 40 40
Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 50 198
Onlinespenden unter www.care.de/spenden.html