Lesotho: Nahrungskrise mit gefährlichen Folgen

CARE unterstützt die Menschen in Lesotho mit Saatgut, Schulungen und der Gründung von Spargruppen

Das südafrikanische Lesotho steht vor einer ernsten Nahrungskrise: Aufgrund zu später Regenfälle, frühem Frost und Überflutungen haben mehr als 725.000 Menschen - ein Drittel der Bevölkerung -  nicht ausreichend zu Essen. Die landwirtschaftliche Produktion fiel um 70 Prozent, die  Ernte war so schlecht wie das letzte Mal vor zehn Jahren. „Die Reserven der Menschen, ihre Sicherheitsnetze, sind aufgebraucht. Die letzte schlechte Ernte hat die Situation noch weiter verschärft“, berichtet Michelle Carter, Länderdirektorin von CARE Lesotho.

Die meisten Landwirte in Lesotho ernähren sich von dem, was sie selbst anbauen. Dieses Jahr wird die landwirtschaftliche Produktion jedoch nur 10 Prozent des Getreidebedarfs aller Menschen in Lesotho abdecken. Das Land wird damit abhängig von importierten Lebensmitteln, aber die können sich viele nicht leisten. Viele arme Menschen haben im letzten Jahr dreißig Prozent weniger verdient als im Jahr davor. Viele Feldarbeiter haben keine Arbeit gefunden, weil die Ernte so schlecht war. Gleichzeitig sind die Preise für Lebensmittel gestiegen. Für arme Haushalte bedeutet das, dass es nicht mehr ausreichend zu Essen gibt.

Die Ernährungs- und Gesundheitssituation in Lesotho ist bereits jetzt alarmierend

Dabei ist die chronische Unterernährung in Lesotho bereits jetzt extrem hoch und die Gesundheitssituation schlecht. Mehr als eines von drei Kindern ist zu klein für sein Alter. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter. Fast ein Viertel der Bevölkerung ist zudem HIV-positiv oder an Aids erkrankt. Durch die Lebensmittelknappheit verschlechtern sich Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen enorm. Sie sind so geschwächt, dass sie nicht mehr arbeiten können. Viele HIV-positive Menschen müssen ihr Geld nun für Nahrung für sich und ihre Familien ausgeben und können sich ihre Medikamente nicht mehr leisten. Mädchen und Frauen werden immer häufiger zur Prostitution gezwungen - in Lesotho oder in Südafrika.

Um die Menschen in Lesotho zu unterstützen, verteilt CARE Saatgut an Familien,  damit sie neues Getreide anbauen können. Wenn die Landwirte jetzt keine Unterstützung erhalten, kann sich die Krise schnell verschlimmern und ausweiten. Außerdem verteilt CARE Essensbons an besonders arme Familien und hilft ihnen mit speziellen Programmen Geld zu verdienen, damit sie sich auf dem Markt Essen kaufen können. CARE arbeitet dabei vor allem mit Frauen und Mädchen zusammen, damit sie nicht Opfer sexueller Gewalt oder zur Prostitution gezwungen werden. Zusätzlich schult CARE die Menschen in Lesotho zu den Themen Ernährung und Gesundheit. Um in Zukunft besser auf Nahrungskrisen vorbereitet zu sein, unterstützt CARE die Gründung von Spargruppen.

Eine Monatsration Kraftnahrung kostet zehn Euro. Packen Sie Ihr CARE-Paket in unserem Spendenshop.