Libanon: Hohe Mieten, keine Ersparnisse und kein Einkommen

Über 1.8 Millionen Menschen sind aus Syrien geflohen. Über 600.000 davon in den Libanon.

In keinem anderen syrischen Nachbarland leben so viele Flüchtlinge wie im Libanon. Sie leben zum Beispiel in Chatila, einem Armenviertel der Hauptstadt Beirut. In einem Labyrinth aus schmalen, engen Gassen drängen sich palästinensische Flüchtlinge und bitterarme Libanesen. Nun kommen viele Palästinenser hinzu, die vor der Gewalt in Syrien fliehen.

Kinder spielen auf den Straßen, während an den Häusern das Abwasser entlang läuft. Hier wohnen Nada und Houria, zwei junge Witwen. Sie sind im sechsten Stock eines Hauses untergekommen, das so wirkt, als könnte es bald einstürzen. Die Frauen und ihre sechs Kinder hausen unter dem Dach in Räumen ohne Möbel und ohne Fenster. Ein Kind ist noch ein Baby und eines ist behindert.

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Die Ehemänner von Nada und Houria wurden in Syrien getötet. Die Frauen und Kinder schlafen auf Matratzen am Boden. Zugang zu Trinkwasser haben sie nur einmal pro Tag. Sie bewahren es in der Badewanne auf. Die elektrischen Leitungen sind alt und überlastet, weil sie von allen Mietern angezapft werden. Es kommt häufig vor, dass sie nach einem Kurzschluss Feuer fangen. In dem überbelegten Haus bricht bei Rauch und Brandgeruch Panik aus.

Die einzige Hilfe, die Nada und Houria erhalten, sind Nahrungsmittelgutscheine von PARD, der lokalen Partnerorganisation von CARE im Libanon. Die Witwen zahlen für den heruntergekommenen Dachboden jeden Monat etwa 300 Euro Miete. Der Hausbesitzer will sie nun hinauswerfen, weil er andere Mieter gefunden hat, die ihm etwa 80 Euro mehr zahlen würden.

Die hohen Mieten sind ein großes Problem im Libanon. Weil immer mehr Menschen ins Land strömen, wird es jede Woche schwieriger. Dachböden, Garagen und Viehställe finden Mieter, die hunderte Euro für eine Unterkunft zahlen.

Die Regierung des Libanon weigert sich aber bislang, für die Flüchtlinge Lager zu errichten wie im benachbarten Jordanien. Das Land fürchtet, dass diese Lager wie bei den Flüchtlingsströmen im Palästinakrieg von 1948 eine dauerhafte Einrichtung werden könnten.

Doch was soll aus Nada, Houria und den Kindern werden? Sie haben keine Ersparnisse, keine Verwandten im Land und kein Einkommen. Für CARE hat die Hilfe für weibliche Flüchtlinge in Not Vorrang. CARE wird sich um diese Frauen kümmern und sie schützen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Spenden Sie jetzt online!