Michael Nashs „Climate Refugees“: Das menschliche Gesicht des Klimawandels

Christoph Ernesti, Geschäftsführer von CARE in Berlin und UN-Wissenschaftlerin Koko Warner sprachen mit Michael Nash in Berlin über Klimawandel und Migration

Der Klimawandel betrifft uns alle – das zeigt kaum ein Film so sehr wie Michael Nashs „Climate Refugees“. Der Anstieg des Meeresspiegels, Dürren, Wüstenbildung und Naturkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen vernichten bereits heute die Lebensgrundlage vieler Menschen, denen häufig nichts anderes bleibt, als an einen anderen Ort zu ziehen.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnte das bis 2050 etwa 200 Millionen Menschen weltweit so ergehen.
Christoph Ernesti, Geschäftsführer des Berliner CARE-Büros und Koko Warner, UN-Wissenschaftlerin für Klimamigration, sprachen am 7. Mai nach der Filmvorführung mit dem preisgekrönten Filmemacher und Regisseur Nash in Berlin. „Climate Refugees“ sorgte 2010 in den USA für Aufsehen – und dazu, dass Klimamigration zu einem Schwerpunkt sicherheitspolitischer Diskussionen wurde.



Besonders arme Menschen sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen

Auch CARE beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Migration und Vertreibung. Die Studie „Obdach gesucht“, deren Co-Autorin Warner ist und die CARE in Zusammenarbeit mit der UN University veröffentlichte, schlussfolgert, ebenso wie der Film, dass der Klimawandel zwar globale Auswirkungen hat, arme Menschen aber besonders stark davon betroffen sind.


„Der Klimawandel ist bereits Realität. Die Menschen in den Entwicklungsländern brauchen daher praktische Lösungsansätze, um die Auswirkungen bewältigen zu können, wie etwa dürreresistentes Saatgut, alternative Einkommensmöglichkeiten und besseren Katastrophenschutz“, so Ernesti auf der Veranstaltung. CARE-Projekte fördern deswegen die Nutzung lokaler Anpassungsstrategien und lokalen Wissens und integrieren die Bevölkerung in die Planung und Durchführung von Anpassungsmaßnahmen.

„Jeder muss aber auch durch sein Konsumverhalten dazu beitragen, dass die Erderwärmung nicht weiter zunimmt. Der Wunsch nach stetigem wirtschaftlichem Wachstum in der westlichen Welt erschwert es den Entwicklungsländern, sich an die Veränderungen anzupassen“, so Ernesti.
Warner fügt ein paar praktische Tipps hinzu: „Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, eine Regentonne oder einen Kompost im Garten aufstellen - Es ist eigentlich ganz einfach. Packen wir’s an!“ Mit ihrer amerikanischen Zuversichtlichkeit fügt sie lächelnd hinzu: „Yes, we can!“