Miete, Schals und Weizenmehl

Sechs Monate nach der Flutkatastrophe: Wie CARE einer Witwe in Pakistan über den Winter hilft

2010 war ein Jahr voller Katastrophen. Mehr als 236.000 Menschen wurden weltweit durch verschiedene Naturkatastrophen getötet, 256 Millionen waren von Erdbeben, Fluten, Tropenstürmen oder Erdrutschen betroffen. Eine von ihnen ist Talimana aus Pakistan. Die 45-jährige Witwe lebt in dem kleinen Dorf Chel in der Region Swat, im Nordwesten Pakistans.

Ihr Mann starb vor fast einem Vierteljahrhundert, als ihr jüngstes Kind gerade einmal ein Jahr alt war. Sie hat vier Kinder; zwei Söhne und zwei Töchter. Die älteste ist verlobt und wird nach ihrer Hochzeit nach Karachi ziehen. Talimana hat fast ihr ganzes Leben in ihrem Haus mit zwei Zimmern verbracht. Bis die Fluten im Juli 2010 es mit sich rissen.

Derzeit lebt die Witwe im Haus eines Verwandten, das nur ein Zimmer zählt. Keines ihrer Kinder kann zur Schule gehen, dafür reicht das Geld einfach nicht. „Nach dem Tod meines Mannes arbeitete ich als Haushaltshilfe“, erzählt sie. „Als mein Sohn sechs Jahre alt war, begann er, in einer Bäckerei zu arbeiten. Auch heute arbeitet er da noch und verdient um die 27 Euro im Monat.


Die neuen Nachbarn kennt sie kaum


Das Haus, in dem Talimana früher lebte, war klein. Aber es war die Heimat ihrer Familie und sie waren nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Nun lebt sie seit fünf Monaten in einem neuen Dorf und kennt dort nur wenige ihrer neuen Nachbarn. „Immer wieder einmal kommen Leute von verschiedenen Organisationen und der Regierung und schreiben meinen Namen auf. Sie haben auch eine Kopie meines Ausweises gemacht, aber bisher habe ich nichts außer einer Decke bekommen.

Das ändert sich jetzt. Denn Talimana nimmt an einem Projekt teil, das CARE zusammen mit der Initiative for Development and Empowerment Axis (IDEA) in der Region Swat organisiert. Ausgewählte, von Frauen geführte Haushalte bekommen eine zweimonatige Mietunterstützung, Essensrationen (wie zum Beispiel Weizenmehl, Reis, Hülsenfrüchte, Öl, Zucker, Salz, Tee, hochenergetische Kekse) und Decken, Schals und warme Bettwäsche für den Winter.
 
Neben solchen Programmen unterstützt CARE die Flutopfer in Pakistan mit medizinischer Versorgung, Trinkwasser und sanitären Anlagen. CARE verteilt Nahrungsmittel, gibt finanzielle Zuschüsse für bestimmte Zwecke („Cash Grants“) und organisiert sogenannte „Cash for Work“-Programme, bei denen Menschen für ihre Hilfe beim Wiederaufbau Geld erhalten. Insgesamt konnte so innerhalb des ersten halben Jahres nach der Flut über 220.000 Menschen geholfen werden.

 

ACHTUNG REDAKTIONEN!

CARE-Pressesprecher Thomas Schwarz wird zum Stichtag am 27. Januar kommende Woche in den Nordwesten Pakistans reisen. Er steht für Interviews, Fragen und Gespräche zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Pressestelle.