Myanmar: „Wo sind unsere Frauen und Kinder?“

Überlebende von Zyklon Nargis trauern um ihre Familien

CARE-Mitarbeiter versorgen nun seit mehr als drei Wochen die Überlebenden der Wirbelsturmkatastrophe in Myanmar. Von ihren Einsätzen in der Irrawaddy-Region bringen sie die traumatischen Berichte jener mit, die mit dem Leben davon gekommen sind. Etwa 90 Prozent der Menschen, die durch den Wirbelsturm und die Flutwelle umkamen, sind Frauen, Kinder und ältere Menschen.

"In den Notunterkünften leben nur wenige Kinder und alte Menschen. Unsere Zahlen belegen, dass viele Kinder durch die Flutwelle ertrunken sind. In einem Dorf gab es 500 Überlebende – darunter kein einziges Kind“, fasst Brian Agland, CARE-Länderdirektor in Myanmar zusammen. Die Menschen sind verzweifelt. Viele fragen sich noch immer, ob ihre Kinder vielleicht überlebt haben.

Für Katastrophen dieses Ausmaßes ist die hohe Opferzahl unter Frauen, Kindern und Älteren typisch. Sie sind häufig vergleichsweise schwächer als Männer und schaffen es daher nicht mehr, sich vor den Naturgewalten in Sicherheit zu bringen.

CARE versucht in jeder Nothilfe-Situation besonderes Augenmerk auf die Nöte der Schwächsten zu legen. Auch in den Notunterkünften von Rangun und Myaung Mya wurden spezielle Treffen für Frauen organisiert. So sollte ermittelt werden, welche Hilfsgüter vor allem Frauen nach einer solchen Katastrophe benötigen. Neben Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Plastikplanen, Moskitonetzen, Decken, Küchenutensilien und anderen Hilfsgütern, umfassten die Verteilungen auch Hygieneartikel, Kleidung und Unterwäsche speziell für Frauen.

CARE arbeitet seit 14 Jahren in Myanmar und ist mit einem Team von 500 lokalen Mitarbeitern vor Ort. Bereits in den ersten Tagen nach der Wirbelsturm-Katastrophe konnte CARE so den betroffenen Menschen in Rangun und der Irrawaddy-Region helfen.

Die Überlebenspakete von CARE sind jeweils für fünf Personen ausgelegt, die durchschnittliche Größe einer Familie in Myanmar. Jedoch berichten viele Überlebende den CARE-Mitarbeiter, dass sie keine vollzählige Familie mehr haben.