Nach der Flut: Děkuji dárce – danke an die Spender

CARE unterstützt in Tschechien 150 Familien bei der Haussanierung

Über die Elbe, die hier in Tschechien Labe heißt, führt in dem Dorf Mlékojedy eine große Brücke. Für Roman Handuiž hatte die Labe-Brücke bislang keine übergeordnete Bedeutung. Es war eben eine  Möglichkeit, schnell vom einen Ufer ans andere zu gelangen. Seit Anfang Juni ist vieles anders. Auch die Bedeutung der Brücke. „Das halbe Dorf war hier oben versammelt, als die Häuser unter Wasser standen“, erzählt der 29-Jährige. „Eine Woche lang waren wir auf der Brücke und haben in unseren Autos geschlafen.“ Von dort oben habe er einen guten Blick hinunter auf sein Haus gehabt. Der junge Mann konnte also früh erahnen, was später – bei seiner Rückkehr – fürchterliche Gewissheit wurde: Das Hochwasser hatte alles zerstört.

Roman Handuiž steht vor einem Neuanfang. Die Fußböden und Wände im kompletten Erdgeschoss müssen getrocknet und kernsaniert, die Einrichtung neu angeschafft werden. Die Kosten übersteigen seine finanziellen Möglichkeiten um ein Vielfaches. „Ich habe keine Versicherung und vom Staat bekomme ich kaum etwas.“ Freunde helfen ihm beim Wiederaufbau, was wichtig ist, denn Handuiž lebt mit nur einem Bein – viele Arbeiten kann er nicht selbst erledigen.

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CARE unterstützt Roman Handuiž bei den Materialkosten. So wie rund 150 weitere Familien, die von CARE und der tschechischen Partnerorganisation PIN finanzielle Zuschüsse bekommen. Die Hilfsorganisationen unterstützen dabei insbesondere Menschen mit Behinderung sowie kinderreiche Familien – im Schnitt werden pro Familie rund 1800 Euro ausgezahlt. Ob er mal an Umzug gedacht habe, an einen Ort in den Bergen, oder zumindest weit weg vom Fluss? Nein, sagt Handuiž, das Haus könne er auch gar nicht mehr verkaufen. „Wer will das schon noch haben?!“

Kaum Geld von Staat und Versicherung

Auch Růžena Krabcová und ihr Mann Václav Krabec wollen nicht mehr umziehen. Sie sind 72 und 76 Jahre alt, schon seit 50 Jahren wohnen sie in ihrem Haus in Mlékojedy. „Jahrzehntelang haben wir doch auch prima neben der Labe leben können“, sagt Ruzena. „Bis zum Jahr 2002, als das erste Hochwasser kam. Und jetzt, keine elf Jahre später, istwieder alles kaputt.“ Für die Sanierung brauchen die Rentner etwa 6500 Euro. 2300 Euro erhalten sie von der Versicherung, 1000 Euro vom Staat – viel zu wenig, um den Schaden decken zu können. „Wir bekommen doch nur eine ganz kleine Rente“, sagt die 72-Jährige. „Ohne die 1800 Euro von CARE hätten wir nicht gewusst, was wir tun sollen.“

In Tschechien hat sich die Unterstützung der Hochwasseropfer im Vergleich zu 2002 massiv verschlechtert: „Vor elf Jahren haben sich sowohl der tschechische Staat als auch die Versicherungen noch recht großzügig verhalten und sind für einen Großteil der Schäden aufgekommen“, sagt die CARE-Mitarbeiterin Petra Antošová. Jetzt sehe die Lage komplett anders aus. „Allgemein gesehen hatte die aktuelle Flut in Tschechien zwar nicht die Ausmaße wie die Flut von 2002, dennoch sind viele Menschen massiv betroffen. Diese sind nun umso mehr auf unsere Unterstützung angewiesen.“
    
Das gilt auch für die Menschen in Počeplice, einem Ort rund 50 Kilometer nördlich von Prag. Hier leben Etela Žikmundová und ihr Mann Jíru Žikmund – und sie leben bei weitem nicht allein, sie haben ihre Kinder Aneta, Jíru, Marcel, Michaela, Linda und Dominik zu versorgen. Die achtköpfige Familie lebt im Erdgeschoss eines Hauses – und hat durch die Flut alles verloren. „Als das Wasser kam, mussten wir uns und unsere Kinder in Sicherheit bringen und hatten keine Zeit mehr, die Koffer zu packen“, sagt Mutter Etela. Neue Kleidung für die sechs Kinder, neue Betten, neue Küchenmöbel – all das kostet Geld.

Geld, das die Familie nicht hat. Vater Jíru ist arbeitslos. Petra Antošová: „Die Familie ist nur ein Beispiel von vielen: Das Spendengeld kommt den Richtigen zugute. Děkuji dárce – Danke an die Spender!“   

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