Nepal: Ein Dach für Dhan

Ein Jahr nach den Erdbeben: Wie Menschen mit körperlicher Einschränkung den Wiederaufbau meistern.

Dhan Bahadur Gurung legt seine Krücken zur Seite, um sein Mittagessen zuzubereiten. Während seine Mutter ihm später dabei hilft, das Essen zu servieren, genießt er die Sonne, die ihm ins Gesicht scheint. Vor etwa zwei Jahren ist Dhan Bahadur von einem Baum gestürzt. Seitdem kann er nicht mehr laufen. Als vor ziemlich genau einem Jahr die Erde in Nepal gleich zwei Mal bebte, wurde sein Haus im Dorf Laprak im Distrikt Gorkha komplett zerstört.

Nach der Katastrophe teilte sich seine Familie zunächst ein provisorisch errichtetes Zelt mit den Nachbarn. „Jeder suchte verzweifelt nach einer Unterkunft. Fast alle haben ihr Zuhause verloren. Zum Glück war der Zusammenhalt unter den Dorfbewohnern sehr groß, sodass wir alle bereitwillig in wenigen Zelten zusammenrückten“, erinnert sich Dhan Bahadur.

Ungewissheit nach dem Unglück

„Als das erste Beben die Erde erschütterte, war ich gerade mit dem Bus auf dem Weg nach Gorkha. Die anderen Passagiere halfen mir, aus dem Fahrzeug zu kommen und brachten mich an einen sicheren Ort. Ich machte mir riesige Sorgen um meine Familie. Es dauerte fast eine Stunde, bis ich meine Frau telefonisch erreichen konnte. Obwohl sie mir sagte, dass unser Haus zerstört wurde, war ich glücklich zu hören, dass es meiner Familie gut ging.“

Kaum Geld für ein Zuhause

Dhan Bahadur kann zurzeit nicht ohne Krücken laufen. Doch er hat große Hoffnungen, eines Tages wieder gehen zu können. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich in zwei Jahren wieder normal laufen kann“.

Ähnlich wie ihm geht es vielen Leuten in Gorkha. Für Menschen mit körperlicher Einschränkung ist es besonders schwierig, ihre Häuser wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau erfordert eine große körperliche Anstrengung und für Menschen wie Dhan Bahadur ist es fast unmöglich, schwere Baumaterialien zu heben. Deshalb ist er wie viele andere auch entweder auf die Hilfe von Nachbarn oder auf das Anstellen von Bauarbeitern angewiesen. Egal wer die Arbeit macht, die finanzielle Belastung ist groß. Denn nach den Erdbeben sind die Kosten für Dienstleistungen stark gestiegen. Besonders Dhan Bahadur bereitet die Finanzierung des Wiederaufbaus Probleme, da er nach seinem Unfall kein Geld verdienen konnte.

Deshalb kam die Hilfe von CARE genau zur richtigen Zeit. Durch Wellbleche, die CARE ihm zur Verfügung stellte, konnte er sein Geld für Dienstleistungen einsetzen. „Nach den Erdbeben sind die Kosten für Baumaterialien stark angestiegen. Wenn ich keine Unterstützung von CARE erhalten hätte, würde ich immer noch auf ein Dach für mein Haus warten. Ich bin CARE sehr dankbar dafür, dass meine Familie und ich nun im Trockenen schlafen können.“

Mehr Informationen zu unserer Arbeit und dem Wiederaufbau vor Ort finden Sie hier.