Neue Studie: „Sex and Age Matter - Wie humanitäre Hilfe im Katastrophenfall verbessert werden kann“

Vor allem im Katastrophenfall muss Hilfe auf Alter und Geschlecht der betroffenen Menschen abgestimmt sein.

 CARE und das Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN OCHA) haben heute die Studie <media 8108 - - "TEXT, Sex and age matter OCHA, Sex_and_age_matter__OCHA.pdf, 2.4 MB">„Sex and Age Matter“</media> herausgebracht, die sich mit dem Einfluss von Alter und Geschlecht auf Hilfe im Katastrophenfall beschäftigt. In dem Bericht warnen Nothilfeexperten, dass Hilfsorganisationen dringend die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen sowie jungen und alten Menschen in ihrer Arbeit berücksichtigen müssen. 

Geschlecht und Alter spielen vor allem eine große Rolle in Bezug auf die zu verteilenden Nahrungsmittel und die Ausrichtung von sanitären Anlagen. 

In Zusammenarbeit mit CARE und UN OCHA verglich das Feinstein International Center der Tufts University die Sensibilität für geschlechts- und altersspezifische Datenaufschlüsselung in Feldpraktiken einzelner humanitärer Akteure. 

“Dieser Bericht zeigt sehr deutlich auf, was wir noch verbessern können“, so Valeria Amos, UN Nothilfekoordinatorin und Robert Glasser, Generalsekretär von CARE International. 

Hier können Sie die Studie<media 8109 - - "TEXT, Sex and age matter OCHA 01, Sex_and_age_matter__OCHA_01.pdf, 2.4 MB"> "Sex and Age Matter" </media>downloaden.  

Verschiedene Beispiele zeigen, dass humanitäre Organisationen bei ihrer Arbeit ein genaues Bild davon haben müssen, wer auf welche Weise betroffen ist und was das für die Zukunft der überlebenden Familien und Gemeinden bedeutet. 

So fand man nach dem Tsunami 2004 im Indischen Ozean heraus, dass zwei Drittel der Todesfälle Frauen, Kinder unter neun Jahren und ältere Menschen über 60 Jahren waren. Das bedeutete für die Gemeinden ein Verlust von Frauen im heiratsfähigen Alter, was das vermehrte Auftreten von Zwangsehen mit minderjährigen Mädchen zum Ergebnis hatte. Das wiederum führte zu einem vermehrten Auftreten von reproduktiven Gesundheitsrisiken für junge Mütter. Auch für Kinder, die ihre Mütter verloren haben, hatte der Tsunami weitreichende Folgen: Häufig konnte sich niemand mehr um sie kümmern, ihre Gesundheits- und Bildungssituation verschlechterte sich. 

Dies ist nur eines von vielen, komplexen Beispielen aus dem Bericht „Sex and Age Matter - Wie humanitäre Hilfe im Katastrophenfall verbessert werden kann“. Ungenaue Angaben über Alter und Geschlecht der betroffenen Menschen und die Missachtung der Bedeutung dieser Informationen können falsche Schlussfolgerungen zur Folge haben. Eine gute Auswertung muss die Situation detailliert und ganzheitlich wiedergeben. Denn für humanitäre Helfer ist die richtige Information zur richtigen Zeit ausschlaggebend, um schnell und richtig Hilfe leisten zu können.