Nicht ohne meine Mutter

Zweite "Mutternacht" in Berlin / Organisationen fordern bessere Gesundheitsvorsorge in Entwicklungsländern

Es wurde diskutiert, zugehört, gelacht, gesungen und ein Gewinner gekürt - die zweite "Mutternacht" in der Berliner Kalkscheune war trotz des anhaltenden Regens in der Hauptstadt ein guter Grund, sich am vorigen Donnerstag Abend nach draußen zu wagen.

So ernst der Anlass war, so engagiert zeigten sich die Beteiligten. Die Veranstalter der "Mutternacht" wollen auf die hohe Sterblichkeit von Schwangeren und Müttern weltweit aufmerksam machen. Und darauf, dass die meisten Frauen mit Hilfe von besserer Gesundheitsvorsorge und Aufklärung gerettet werden könnten.

Die Gäste erfuhren von Dorothy Ngoma, einer Hebamme aus Malawi und Dr. Hadiza Galadanci, Gynäkologin aus Nigeria, von den schwierigen Umständen einer Geburt im südlichen Afrika. Der Appell war eindeutig: Die meisten Todesfälle wären vermeidbar, und das geht uns alle an. Beide bekundeten, dass Fortschritte möglich sind und in einigen Regionen auch deutlich spürbar. Der Schlüssel zum Schutz von werdenden Müttern seien gut ausgestattete Gesundheitsstationen und ausreichend Personal.

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a.D., sprach ebenfalls deutliche Worte. Für das fünfte Millenniumsentwicklungsziel, das die Senkung der Müttersterblichkeit um 75 Prozent bis 2015 anstrebt, würde unter anderen Umständen konsequenter gekämpft werden: Wenn nämlich die Betroffenenen Männer wären. Es müsse also heute, fünf Jahre vor der Zielmarke, noch stärkerer Druck auf die Regierungen ausgeübt werden, damit die benötigten Gelder bereitgestellt würden.

Prominente Unterstützung zur Mutternacht kam von der Schauspielerin Marion Kracht, der Autorin Sabine Kuegler ("Dschungelkind") und der TV-Moderatorin Caroline Korneli. Für den guten Ton sorgten Judy Bailey und die Sisters e.V., einer Gruppe afrodeutscher Musikerinnen. Allesamt engagierte Frauen und Mütter, die sich lautstark für ihre Geschlechtsgenossinnen in anderen Teilen der Erde einsetzen.

Im Vorfeld zur Mutternacht gab es auch einen Fotowettbewerb, dessen Sieger am Abend gekürt wurde. Stolzer Gewinner war Carsten Luther mit einem Foto einer Tuareg-Mutter aus dem Niger. Das freute auch CARE besonders, denn das Bild entstand auf einer gemeinsamen Reise in den Norden des Landes. Dort unterstützt CARE die lokale Tuareg-Organisation HED Tamat.

Zur "Mutternacht" hatten zehn Organisationen eingeladen: Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, CARE, Action for Global Health, Deutsches Rotes Kreuz Berlin, Evangelischer Entwicklungsdienst, Lebenschancen International e.V., Oxfam, Plan International, Rotarian Action Group und World Vision.
-> Mehr Informationen zum Thema bietet das Online-Dossier zur Müttergesundheit