Niger: Kein Geld, kein Essen

Was bedeutet die anhaltende Dürre für Menschen im Niger?

"Meine zwei kleinen Felder bringen mir durchschnittlich 80 Ballen Hirse pro Jahr. Dieses Jahr konnte ich aber erst einen Ballen ernten“, erzählt Aichatou Saidou. Sie sitzt auf einer Matte und blickt irgendwo in den staubigen Himmel von Mani Ada. Das Dorf liegt in der Region Tahoua, rund 650 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Niamey entfernt.

Es ist ein Uhr mittags an diesem Samstag und irgendwie scheint es, als ob sich die beißende Dunstglocke und die zermürbende Hitze zusammengetan haben, um es den Menschen und ihren Tieren hier noch schwerer zu machen.
 
“In den letzten Jahren war ich alleine hier, denn mein Mann arbeitete in Kamerun. Ich habe vier Kinder, der älteste ist 14, der jüngste sieben. Die beiden mittleren sind Mädchen. „Unter anderen Umständen reicht der Ernteertrag und etwas bezahlte Arbeit, die meine Kinder und ich verrichten. So können wir uns ein Jahr lang ernähren. Normalerweise würden wir Hirseballen nach der Ernte lagern und dann zwischen Mai und September davon leben, während wir auf dem Feld arbeiten.“

Von Oktober bis April arbeitet die Familie dann bei wohlhabenden Familien im Haushalt oder hilft beim Wasser- und Feuerholzholen. “Aber in diesem Jahr ist kein Geld da, um uns zu bezahlen. Wir leben von dem, was CARE in unserem Dorf verteilt hat. Und jetzt im Mai kommt bald wieder die Feldarbeit und wir können gar kein Geld mehr dazu verdienen”, erklärt Aichatou.

Maman Chekarou, die Bürgermeisterin von Bagaroua, schätzt, dass fast 80 Prozent der Dörfer stark gefährdet sind. Die Regierung verkauft zwar Getreide zu günstigeren Preisen und auf den Märkten gibt es durchaus Nahrungsmittel zu kaufen. Aber dies ist eine Krise des Zugangs, nicht der Verfügbarkeit. Die Menschen haben einfach kein Geld, um Nahrungsmittel zu kaufen. Selbst wenn sie ihr wertvolles Vieh hergeben würden, um etwas Geld einzunehmen – niemand kauft mehr Nutztiere. Denn die letzten Weidegründe sind nach den Sandstürmen verwüstet.“

Aus diesem Grund führt CARE cash-for-work Maßnahmen durch und verteilt Geld und Nahrungsmittel. “Wir achten genau auf die Planung”, erklärt der CARE-Nothilfekoordinator Alio Namata. “Um den Markt nicht zu destabilisieren, stellen wir nur für diejenigen Familien kostenlos Lebensmittel zur Verfügung, die nicht an Arbeitsprogrammen teilnehmen können. Diese schwächsten Gemeindemitglieder werden von Dorfkomitees identifiziert.

CARE Deutschland-Luxemburg versorgt derzeit 63.000 Menschen mit cash-for-work Programmen. Mit dem Geld können sie Saatgut und Lebensmittel kaufen. Zudem werden Futtermittel- und Getreidebanken eingerichtet.


Bitte unterstützen Sie CARE dabei, die Menschen im Niger vor der Dürre zu schützen
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