Niger: “Unsere Vorräte sind aufgebraucht”

Heuschreckenplagen und Ernteausfälle: CARE hilft Familien im Niger mit „Cash for Work“- Programmen.

Besorgt blickt Sapa Rabiou über die brachliegenden Hirsefelder ihres Dorfes Serkin Rima, im Süden des Niger. „Wir hatten schon im letzten Jahr große Sorgen, weil tausende Heuschrecken unsere Felder befielen.“ Normalerweise, so berichtet die 55-Jährige, könne sie von ihrem Feld 100 Ballen Hirse ernten. Dieses Jahr hat sie gerade einmal eineinhalb Ballen zusammenbekommen. Doch andere Familien haben überhaupt nichts ernten können. 

Sapa hat eine große Familie, und obwohl alle elf Kinder bereits aus dem Haus sind, hat sie momentan drei Enkel bei sich aufgenommen. Zusätzlich pflegt sie ihren 75-jährigen Mann. Die Heuschreckenplage und die daraus resultierende Missernte traf ihre Familie hart. Die Felder sind ihre einzige Einkommensquelle.  

Acht Stunden zu Fuß für ein Bündel Hirse

„Um meine Familie ernähren zu können, verkaufte ich das Stroh vom Dach meines Hauses. Ich bin vier Stunden in die nächste Stadt Maradi gelaufen, und wieder vier Stunden zurück. Am Ende konnte ich mir davon ein kleines Bündel Hirse leisten, aber leider reichte das nur für einen Tag! In unserem Haus liegen jetzt nur noch unsere Schlafmatten. Alles andere habe ich verkauft.“ 

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Vor zwei Wochen hat Sapa ein „Cash for Work“- Programm begonnen, das CARE gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm WFP durchführt. Die Teilnehmer beseitigen schädliches Unkraut vom Weideland der Gemeinde und verdienen etwa 1,50 Euro am Tag. Danach säen sie neues Gras, das schließlich als Futter für die Viehherden des Dorfes verwendet wird.

Sapa hat gestern ihren ersten Lohn bekommen: „Ich habe von dem Geld Essen für die ganze Familie gekauft. Es wird für die nächsten zehn Tage reichen!“

CARE hilft den Menschen ihre Familien zu ernähren

„Wenn es das CARE-Programm nicht gegeben hätte, dann hätten wir nicht gewusst, wie wir den nächsten Tag überstehen sollten. Ich habe bereits überlegt, was ich noch verkaufen könnte, damit wir überleben“, sagt Sapa ernst. Eine Kuh und zwei Ziegen sind bereits verkauft, Sapa besitzt jetzt nur noch ein Huhn. „Mein Mann ist 75 Jahre alt und kann nicht mehr arbeiten. Die ganze Verantwortung lastet auf meinen Schultern.”  

Sapa erinnert sich an die schwere Hungersnot, die 2005 im Niger herrschte. Auch sieben Jahre später haben sich die Gemeinden kaum davon erholt. „Ich habe die Krise damals gerade so überlebt. Die Lage ist so, wie sie ist und ich habe eine Familie, die auf mich zählt. CARE gibt mir die Möglichkeit für sie zu sorgen.“