Pakistan: Endlich zurück zum Alltag

CARE baut Zelte zum Lernen und schickt mobile Gesundheitsteams ins Swat-Tal und nach Buner

Bombenterror der Taliban, Armeeoffensiven im Nordwesten - das sind die Schlagzeilen, die derzeit aus Pakistan kommen. Dabei verschwinden die  Millionen von unbeteiligten Frauen, Kindern und Männern unsichtbar hinter jeder einzelnen Meldung: Sie sind die Opfer ohne Schlagzeilen.

Im Mai dieses Jahres verschärften sich die Kämpfe zwischen der Armee und den Aufständischen im Swat-Tal und den Regionen Buner und Dir. Zwei Millionen Menschen mussten deshalb fliehen. Diese Zahl schockierte selbst erfahrene humanitäre Helfer. Dem Ansturm waren die schnell errichteten Flüchtlingslager nicht gewachsen. Viele Flüchtlinge kamen deshalb bei Gastfamilien unter. In Pakistan wird Gastfreundschaft hoch geschätzt, und selbst die Ärmsten teilen das Wenige, das sie besitzen.

Im Juli erklärte die pakistanische Regierung dann, dass die geflohene Bevölkerung sicher zurückkehren könne. Doch in ihrer Heimat ist viel zerstört. Die Milizen haben vor allem Schulen angegriffen, ein Wiederbeginn des Unterrichts ist also nicht möglich. Auch medizinische Versorgung ist kaum gewährleistet. CARE konzentriert sich deshalb auf zwei Projekte: Die Einrichtung von mobilen Gesundheitsstationen und den Bau von Zeltschulen.

Ärzte auf Rädern

Eine mobile Gesundheitsstation sieht so aus: Je zwei Ärzte, Krankenpfleger und Assistenten reisen durch die Region und bieten in angemieteten Räumen Sprechstunden an. Dabei ist es wichtig, dass auch weibliches Personal dabei ist, um die Frauen behandeln zu können. Die Teams verteilen Medikamente und transportieren Patienten mit schwereren Erkrankungen zu staatlichen Krankenhäusern. Bei Informationsveranstaltungen werden die Familien über Gesundheit und Hygiene aufgeklärt.

Schule im Zelt

Damit der Unterricht schnell wieder beginnen kann, plant CARE in den Bezirken Swat und Buner insgesamt 30 Schulzelte zu errichten. Die Zelte sind winterfest und werden ergänzt durch Latrinen und Waschmöglichkeiten. Sie beinhalten auch Tafeln, Möbel und Bodenmatten. Die Aufräumarbeiten von Armee und Hilfsorganisationen sind inzwischen gut fortgeschritten. Jetzt ist es wichtig, möglichst schnell wieder zum Alltag zurückzukehren, damit die Kinder die traumatischen Erfahrungen der Flucht verarbeiten können. Aber auch den Erwachsenen helfen die Aktivitäten beim Neuanfang: Eltern-Lehrer-Räte beteiligen sich an der Planung, suchen geeignete Plätze für die Zelte aus und engagieren Arbeiter. So kehrt wieder ein Stück Normalität ein in den Nordwesten Pakistans, der schon viel zu lange unter Gewalt und Hoffnungslosigkeit leidet.

Links:
CARE-Pressesprecher Thomas Schwarz war im Mai in Pakistan und berichtete darüber im Blog