Peru: Klimawandel bedeutet Hunger

Folge 2 der Serie: Wie erleben CARE-Mitarbeiter aus aller Welt den Klimawandel?

Wie der Klimawandel uns betrifft? Das ist nicht schwierig zu beantworten. Wenn es so weiter geht, gibt es in der Zukunft definitiv große Probleme. Denn die Bauern werden nicht wissen, zu welchem Zeitpunkt sie aussäen sollen. Wer Landwirtschaft betreibt, dessen Existenz kann durch die Veränderungen des Wetters bedroht sein. Wenn es regnen soll und eine Dürre kommt, dann keimt erst das Saatgut nicht auf, dann muss neu gesät werden und das kostet Geld. Wenn es aber auf einmal viel regnet, hagelt und es Frost gibt, dann fault der Anbau, dann haben die Bauern auch alles verloren.

Die peruanischen Kleinbauern leben von den Erträgen ihrer Felder. Kaum jemand hat die Mittel, sich gegen Ernteausfälle zu schützen. Dazu kommt, dass die Bergdörfer im Andenhochland schwer zu erreichen sind. Unterstützung des Staates kommt hier kaum an. Am wichtigsten ist erstmal die richtige Technik: Vorrichtungen, um Lebensmittel zu lagern, können zumindest kurzfristig die Nahrungsversorgung sichern. Die Menschen benötigen Wasserreserven, Bewässerungsanlagen und Schulungen über Anbaumethoden wie etwa Terassenfelder. Daran arbeiten wir mit der Bevölkerung.

Was man bereits jetzt schon beobachten kann, sind Konflikte um Wasser. In dem Gebiet unserer Projekte beklagen sich manche Gruppen, dass die Leute in den höher gelegenen Gebieten das ganze Wasser beanspruchen und in den tiefer liegenden Gebieten nichts mehr ankommt. Deshalb gibt es jetzt schon Probleme und sie werden mit Sicherheit noch zunehmen. Wir gehen davon aus, dass der zunehmende Mangel an natürlichen Ressourcen die Preise für Trinkwasser und Lebensmittel weiter steigen lässt. Dann nehmen der Hunger und die Mangelernährung zu. Kinder, Alte und Schwache werden noch anfälliger für Infektionskrankheiten. Der Klimawandel betrifft auch die Mobilität der Menschen. Viele wandern aus ländlichen Gebieten in die Städte, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr sichern können. Und die Veränderungen des Wetters betreffen die Gesundheit der Menschen konkret: Die Hitzeperioden und Trockenphasen führen dazu, dass mehr Menschen Herz-Kreislaufprobleme bekommen. Auch tropische Krankheiten wie Malaria breiten sich schneller  aus.

CAREs lokale Partnerorganisation Acción Andina arbeitet im peruanischen Andenhochland mit der indigenen Bevölkerung zusammen und wurde 2009 mit dem Partnerschaftspreis von CARE Deutschland-Luxemburg ausgezeichnet.

CARE-Serie zur Klimakonferenz in Kopenhagen:

Folge 1 - Indonesien: Die Zukunft unserer Kinder
Folge 2 -
Peru: Klimawandel bedeutet Hunger
Folge 3
- Kenia: Rückschritt durch den Klimawandel
Folge 4 - Bangladesch: Das Wasser kommt
Folge 5 - Tansania: An die Staatsoberhäupter der Welt

Folge 6 -
Nepal: Was Du heute kannst besorgen...
Folge 7 -
Thailand: Der hohe Preis der Anpassung
Folge 8 -
Guatemala: Die Geschichte von Graciela Cabrera de Lopez
Folge 9 - Vietnam: Der Klimawandel findet JETZT statt
Folge 10 - Bangladesch: "Im letzten Jahr nahm sich die Flut unsere Ernte"