Philippinen: Freiwillige vor! Gemeinsam für sichere Unterkünfte

Drei Wochen nachdem Wirbelsturm Haiyan auf den Philippinen für große Zerstörung sorgte, arbeitet CARE mit vielen freiwilligen Helfern rund um die Uhr am Wiederaufbau.

„Stark zusammengedrückt, aber nicht gebrochen; niedergeschlagen, aber nicht zerstört; ratlos, aber nicht hoffnungslos. Herzlichen Dank für Eure uneingeschränkte Hilfe!“ Das steht auf einem Banner über dem Rathaus in Albuera, einer Region, die von Taifun Haiyan schwer getroffen wurde.

Vor wenigen Tagen erreichten erste Hilfsgüter drei Dörfer in der Gemeinde Albuera. CARE verteilte Baumaterial wie Planen, Nägel und Werkzeuge. „Zum Glück wurden nur drei Menschen durch Wirbelsturm Haiyan getötet“, berichtet Bürgermeister Ramon de la Cerna. „Aber in unserer Region sind fast alle Häuser stark beschädigt oder zerstört. Die CARE-Pakete mit Baumaterialien helfen den Ärmsten der Armen, ihre Häuser wieder aufzubauen. Direkt am ersten Tag nach dem Sturm haben wir damit begonnen, die Straßen von den Trümmern zu befreien, aber was wir wirklich dringend brauchen, sind Werkzeuge.“

In der Nähe einer Sportanlage im Dorf Cambalading stehen mehr als dreihundert Menschen Schlange, um dringend benötigte Hilfe von CARE und der lokalen Partnerorganisationen ACCORD zu erhalten. Kester de Vera ist Teamleiter bei ACCORD und erklärt den Menschen, wie sie die Baumaterialien und Werkzeuge am besten einsetzen können. Ein großes Banner wird hinter ihm aufgespannt. Mit der Hilfe des Banners demonstriert er, wie eine Plane auf einem Hausdach sicher angebracht werden kann.

CARE-Pakete schützen vor Regen

Ein Dutzend Freiwillige, die von allen „Power Rangers“ genannt werden, schleppen die schweren CARE-Pakete aus dem nahestehenden Lastwagen. Sie reißen die Boxen auf und geben den Inhalt an die Menschen weiter, die bereits auf einer Liste abgehakt wurden.

Insgesamt 1.014 CARE Pakete wurden an Frauen, Kinder und Männer in Albuera verteilt. Sie enthalten Baumaterial für Notunterkünfte. Rund 1.000 weitere Pakete enthalten Pfannen, Besteck und Teller. Unterstützung erhält CARE auch aus der philippinischen Hauptstadt: Studierende aus Manila engagieren sich als freiwillige Helfer und überprüfen jeden einzelnen Namen auf der Liste der Bedürftigen. Ungefähr 21 junge Menschen, die Sozialarbeit und kommunale Entwicklung an der Universität in Manila studieren, unterstützen CARE für ein Semester bei der Verteilung von Hilfsgütern und dem Wiederaufbau in der Region.

Bei der Verteilung herrscht lebhaftes Treiben. Einige Kinder spielen mit Kunststoffringen, die die Baumaterialien beim Transport zusammen hielten. Viele Familien nehmen auch die Verpackungsreste mit nach Hause, um sie bei der Reparatur ihrer Häuser wiederzuverwenden.

Die 50-jährige Rieda Rosario steht lächelnd mit ihren Waren am Straßenrand und wartet darauf, dass jemand sie auf ihrem Weg nach Hause begleitet. Während des Wirbelsturms wurde ihr Haus durch zwei umgestürzte Kokosnusspalmen zerstört. „Ich bin so glücklich. Die Plane und die anderen Baumaterialien werden mir wieder Schutz vor dem Regen geben“, erzählt sie. „Meine Familie hat bislang in der Kirche übernachtet. Jetzt können wir endlich wieder nach Hause gehen.“

Die heftigen Winde des Wirbelsturms Haiyan wehten auch das Dach von Perla Senters Haus weg. Ihre achtköpfige Familie ist nun in Sicherheit, aber sie leben zusammengedrängt unter einer Plastikplane, die über einen kleinen Raum gespannt ist. „Wir sind so dankbar für die CARE-Pakete. Jetzt können wir aufräumen und unser Zuhause wieder aufbauen“, sagt Perla.

Zum Ende der Verteilung ertönt lauter Applaus. Als sich alle auf den Weg nach Hause machen, setzt starker Regen ein – ein weiteres Zeichen dafür, dass die Menschen wirklich dringend Schutz brauchen.