Philippinen: Sechs Monate nach Taifun Haiyan

CARE unterstützt Gemeinden dabei, wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Vor sechs Monaten fegte Wirbelsturm Haiyan über Teile der Philippinen hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Rund 6.000 Menschen starben, vier Millionen mussten in Notunterkünfte flüchten. Mehr als 16 Millionen Menschen sind von den Folgen der Zerstörung betroffen. Der „Super-Taifun“, der mit Windstärken von bis zu 275 Kilometern pro Stunde der stärkste je gemessene Sturm war, hat zudem einen geschätzten Schaden von 483 Millionen Euro verursacht: Ernten, Vieh, Fischerboote und Straßen wurden zerstört.

„Nach sechs Monaten kämpfen viele Überlebende des Taifuns immer noch jeden Tag, um genug Geld zum Überleben zu verdienen“, berichtet Lex Kassenberg, Leiter des CARE-Büros auf den Philippinen. „Es gibt weniger Arbeit als vor Taifun Haiyan, viele Menschen arbeiten nun als Tagelöhner auf den Feldern.“ Da man mit dem Anbau von Getreide erst nach einigen Monaten Gewinn erzielen kann, eröffnen viele Überlebende kleine Geschäfte wie Lebensmittelläden oder Webereien, um Geld zu verdienen und so ihre Familien zu ernähren. Die Hilfe von CARE fokussiert sich darauf, diese Menschen bei ihren Unternehmungen zu unterstützen.

In Panay und Samar, den am stärksten betroffenen Regionen, verteilt CARE Bargeld an Familien. Viele von ihnen tun sich dann zusammen, um gemeinsam Investitionen zu tätigen. „Die Familien bauen etwa Gemüse- oder Schweinefarmen auf und sichern so das Einkommen für das gesamte Dorf. Unser Fokus liegt auf der Unterstützung der Gemeinden untereinander“, erzählt Kassenberg.

CARE konnte seit Beginn der Nothilfe mehr als 300.000 Menschen mit Nahrung, Unterkünften und Hilfe für den Wiederaufbau unterstützen. Aber Hilfsgüter alleine sind nur der Anfang: „Auch wenn die Philippiner außergewöhnlich widerstandsfähige Menschen sind, reichen Nägel und Holz, Ziegel und Mörtel alleine nicht, um die Zukunft zu sichern“, erzählt Kassenberg. „Die Menschen wollen schnell wieder auf eigenen Beinen stehen und selbständig ihr Leben verdienen – auch in drei, sechs oder zwölf Monaten. Deshalb unterstützen wir ihre eigenen Ideen und Initiativen.“

Unmittelbar nach dem Wirbelsturm hat CARE Nahrung und andere Hilfsgüter verteilt. Der Wiederaufbau konzentriert sich nun auf die Verteilung von Baumaterialien, Trainings für sicheres Bauen sowie der Bereitstellung von Bargeld für Arbeitskräfte und als Startkapital für einkommensschaffende Maßnahmen. Aus Deutschland konnte CARE rund 1,2 Millionen Euro an Spenden für die Hilfe auf den Philippinen einnehmen. Der Wiederaufbau wird aber noch viele Jahre dauern. Dabei achtet CARE darauf, dass die Gemeinden auf zukünftige Katastrophen besser vorbereitet sind. Denn rechtzeitige Vorsorge spart Geld und rettet Leben.