Philippinen: Taifun-Überlebende packt CARE-Pakete

Wirbelsturm Haiyan zerstörte den Lebensraum von rund 13 Millionen Menschen in den Philippinen. Auch Fay Camallere hat alles verloren. Aber sie gibt nicht auf und setzt sich als freiwillige CARE-Helferin für die Überlebenden des Taifuns ein.

„Es war einer der schrecklichsten Momente in meinem Leben“, sagt Fay Camallere. Sie lebt in Ormoc, einer Stadt in Leyte, die Wirbelsturm Haiyan fast komplett zerstörte. „Ich fühlte mich dem Tod nah, als der Taifun kam.“

Fay spürte, dass mit dem Wirbelsturm etwas sehr Schlimmes kommen würde. 1991, als sie 13 Jahre alt war, hatten heftige Sturmfluten Ormoc schon einmal niedergerissen. Als das Wasser damals die Straßen überflutete, schwamm Fay zu einem dreistöckigen Gebäude und wartete mit vielen anderen Menschen, bis die Flut vorüber war. Auf dem Weg zurück nach Hause sah sie die Leichen auf der Straße liegen. „Ich dachte, dass meine Familie tot sei.“ Glücklicherweise überlebten Fay und ihre Familie die Flut vor mehr als 20 Jahren.

Doch Anfang November, riss eine weitere Katastrophe ihre kleine Heimatstadt mit sich. Taifun Haiyan zerstörte Straßen, verdrehte Bleche zu Spiralen und entwurzelte Bäume.

„Wir dachten alle, dass wir sterben“

Obwohl Fay in einem robusten Haus lebte, schlug der Wind die Vorderseite des Gebäudes nieder. Sie versteckte sich im hinteren Teil des Hauses, in einem Zimmer mit einem Fenster, das sich nicht öffnen ließ. Als sie sah, wie das Haus ihrer Nachbarn vom Wind davon geweht wurde, schlug sie die Fensterscheibe mit einem Holzpfahl ein und rief ihnen zu: „Kommt, kommt!“

Insgesamt fanden vier Familien Zuflucht in Fays Haus. „Es waren 22 Menschen in dem kleinen Raum, darunter viele Kinder und ein zwei Wochen altes Baby“, berichtet Fay. „Wir beteten, weil wir dachten, dass wir alle sterben würden.“

Doch als der Wirbelsturm nachließ, waren sie alle noch lebendig. Sie hatten es geschafft. Fay hatte zwei der erschütterndsten Naturkatastrophen in der Geschichte ihrer Insel überlebt.

„Als ich die Menschen leiden sah, brach mein Herz“

Jetzt wollte Fay unbedingt etwas tun, um anderen Überlebenden zu helfen: „Als mich die Nachricht über das Ausmaß der Zerstörung erreichte und ich die Menschen leiden sah, brach mein Herz.“ Sie meldete sich kurzerhand als Freiwillige bei einer lokalen CARE-Partnerorganisation. Mit vielen anderen Freiwilligen verbrachte sie Stunden damit, Lebensmittelpakete für Menschen in entlegenen Dörfern zu packen.

Mit Hilfe von Freiwilligen verteilt CARE in dieser Woche Lebensmittelpakete an 24.000 Menschen, deren Häuser und Existenzen komplett zerstört wurden. Die Familien, denen Fay hilft, wird sie wahrscheinlich nie treffen. Viele wohnen außerhalb der Stadt und leben von der Landwirtschaft – dem Anbau von Kokosnüssen und Gemüse. Aber sie sind dankbar, dass sie in der Zeit der größten Not nicht vergessen werden.

Menschen, deren Existenzen vom Taifun zerstört wurden, blicken ängstlich in die Zukunft – wie werden sie ihre Häuser wieder aufbauen, wie werden sie ihren Lebensunterhalt verdienen, jetzt, wo die Ernten komplett zerstört sind, wann werden sie ihre Kinder wieder zur Schule schicken können? Aber die vielen freiwilligen Helfer machen den Menschen Mut für den Wiederaufbau und eine bessere Zukunft.