Philippinen: Wirbelsturm Haiyan hinterlässt unfassbares Chaos

CARE-Mitarbeiterin Sandra Bulling berichtet über ihre ersten Eindrücke und die Arbeit von CARE nach der verheerenden Katastrophe.

Es war mitten in der Nacht, als vergangenen Freitag einer der wahrscheinlich schwersten Wirbelstürme, die je gemessen wurden, über weite Teile der Philippinen hinwegfegte. Er riss tausende Menschen, Vieh und Häuser mit sich. Das Ausmaß der Zerstörung ist unvorstellbar groß. Strommasten sind umgeknickt wie Zahnstocher, Reis- und Zuckerrohrfelder wurden dem Erdboden gleich gemacht. „Im Moment stehe ich im Dreck, Teile von Häusern liegen überall auf den Straßen. Es ist sprichwörtlich alles kaputt. Ich habe ein kleines Mädchen auf der Straße gesehen, die versuchte, ihre Schulbücher zu trocken. Sie sagte, das sei alles, was ihr geblieben ist“, berichtet CARE-Mitarbeiterin Sandra Bulling aus dem Katastrophengebiet Süd-Leyte.

Die Gemeinden an der Küste sehen aus, als hätte ein Riese auf ihnen herumgetrampelt. Alle Holzhütten sind zerstört. Gemauerte Häuser stehen zwar noch, jedoch ohne Fenster und Dächer. Eisenplatten sind verdreht als wären sie aus Papier. „Ich kann die Kraft nicht begreifen, mit der Haiyan hier gewütet haben muss. Sofort nach dem Sturm war es wieder schrecklich heiß, die Menschen haben Durst und versuchen, aus gebrochenen Wasserleitungen kostbares Trinkwasser zu retten“, so Bulling.

Alle Vorräte sind aufgebraucht

Seit Tagen herrscht in weiten Teilen der betroffenen Regionen Stromausfall. In Ormuc, im Zentrum der Philippinen, ist das örtliche Krankenhaus völlig überlastet. Krankenschwestern und Ärzte arbeiten rund um die Uhr mit Taschenlampen, weil alle Generatoren ausgefallen sind, um verletzten und dehydrierten Menschen schnellstmöglich wieder auf die Beine zu helfen. Viele Familien sind verzweifelt, weil sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel immer knapper werden. „Wir haben Reis und alle Konserven verteilt. Unsere Vorräte sind aufgebraucht. Jetzt brauchen wir dringend Hilfe von außen“, berichtet der Bürgermeister von Ormuc aus dem völlig zerstörten Rathaus.

Umgestürzte Bäume, Schutt und Müll versperren die Straßen und erschweren den Zugang zu vielen entlegenen Inseln, auf denen Menschen dringend auf Hilfe warten. Im Moment kommen Helfer auf den zerstörten oder fast unpassierbaren Wegen kaum voran. „Heute haben wir für eine Strecke, für die man normalerweise nur zwei Stunden braucht, den ganzen Tag benötigt“, berichtet CARE-Helferin Bulling.

Familien warten dringend auf Hilfslieferungen

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen hat CARE bereits vor Ort gelagerte Hilfsgüter wie Trinkwasser und Nahrungsmittel verteilt. Jetzt muss Nachschub organisiert werden. Für die Regierung ist es oberste Priorität, die Telekommunikation wieder herzustellen und Straßen zu räumen, damit Hilfslieferungen durchkommen.

Insgesamt plant CARE, 30.000 Familien mit der Verteilung von Lebensmitteln wie Reis, Zucker, Öl und Fischdosen zu helfen. Aus Plastikplanen sollen improvisierte Zelte entstehen, damit Männer, Frauen und Kinder schnell wieder ein Dach über dem Kopf haben. CARE arbeitet eng mit lokalen Projektpartnern und der philippinischen Regierung zusammen, um Betroffenen schnellstmöglich Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung zu verschaffen.

 

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von CARE, für die Opfer des Taifuns Haiyan, mit Ihrer Spende!