Rettung für Familie Koirala

Katastrophenvorsorge und Nothilfe in Nepal

Dhansinghpur/Nepal, 2. Oktober 2008 – Es regnet immer noch, als die 16-köpfige Familie Koirala in der Nacht zum 19. September zu Bett ging. Kurz bevor sie sich zur Ruhe legt, betet Mutter Laxmi Koirala im Stillen zu den Regengöttern. Ununterbrochene Regenfälle zu dieser Zeit des Jahres bedeuten nur zwei Dinge: Überschwemmungen und zerstörte Reisfelder - und das ausgerechnet kurz vor der Ernte.  

Das Wasser steigt während der Nacht weiter.  Laxmi ist beunruhigt: „Die Regengötter sind immer noch nicht besänftigt“, denkt sie. Die Familie Koirala wohnt in der Nähe des Mohana Flusses und ihr Dorf Dhansinghpur ist ein Gebiet, das regelmäßig überflutet wird. Als das Wasser immer weiter steigt, sammelt die Familie ihr nötigstes Hab und Gut zusammen.

Einsatz zur rechten Zeit

Genau in diesem Moment hören sie eine Stimme aus einem Megafon. Diese gibt klare Anweisungen an die Familien, sich auf Anhöhen zu begeben. Hilfe ist unterwegs, versichern sich die Familienmitglieder untereinander. Der Nothilfetrupp erreichte endlich auch das Haus der Familie Koirala und bringt alle 16 Familienmitglieder in Sicherheit. „Wenn das Rettungsteam uns nicht rechtzeitig entdeckt hätte, wären wir sicher ertrunken“, berichtet Laxmi mit Tränen in den Augen.  

Die andauernden Monsun-Regenfälle verursachten Überschwemmungen und Erdrutsche im westlichen Teil Nepals. 180 000 Familien mussten aus ihrer Heimat fliehen. Die ärmsten Gemeinden waren besonders von der Flutkatastrophe betroffen. Sie sind zugleich diejenigen, die am wenigsten auf eine Naturkatastrophe vorbereitet sind.

Katastrophenvorsorge rettet Leben 

Damit sie in der Zukunft besser gerüstet sind, führt CARE in Nepal Programme zur Katastrophenvorsorge durch. In Workshops lernt die Bevölkerung, wie man mit den Folgen von Naturkatastophen umgeht und wie sie das Leben ihrer Familien und ihren persönlichen Besitz besser schützen können. In Laxmis Dorf mussten mehr als 60 Familien vor den Fluten fliehen. CARE und die lokalen Partner versorgten die Familien mit Nahrungsmitteln.und Trinkwasser. Jibananda erzählt: „Unsere Gemeindemitglieder wurden kürzlich von CARE in Katastrophenvorsorge und „erster Hilfe“ geschult. Ihre Kenntnisse konnten sie während der letzten Flutkatastrophe anwenden. Es ist eine große Leistung, dass alle 16 Mitglieder der Familie Koirala gerettet wurden“,  sagte Jibananda, Mitarbeiter des lokalen Nothilfe-Teams.

CARE Deutschland-Luxemburg e.V. verteilte während der Flutkatastrophe in Nepal an 500 Familien Decken, Kinderkleidung und Plastikplanen und leistete zusätzlich medizinische Nothilfe. Darüber hinaus half CARE nach den Überflutungen im nordindischen Bundesstaat Bihar und richtete ein Flüchtlingslager für circa 5.000 Flutopfer ein. Dort wurden die Familien mit Essen, Trinkwasser und Kleidung versorgt und wurden gegen Bezahlung an den Aufräumarbeiten beteiligt (cash-for-work).