Scharrenbroich: „Armut und Kälte bedrohen syrische Flüchtlinge in Jordanien“

Viele Familien fliehen weiterhin vor der andauernden Gewalt in Syrien nach Jordanien, die meisten von ihnen in die Hauptstadt Amman. Etwa 40 Prozent von ihnen benötigen laut einer aktuellen Studie von CARE dringend Unterstützung.

„Viele der Flüchtlinge mussten ihr gesamtes Hab und Gut verkaufen, um aus Syrien fliehen zu können. Die wenigen Ersparnisse, mit denen sie geflohen sind, haben sie mittlerweile aufgebraucht“, so Heribert Scharrenbroich, Präsident von CARE Deutschland-Luxemburg, der im November vor Ort war. „Die meisten Flüchtlinge teilen sich kleine Zimmer mit bis zu 20 Personen, aber ohne Geld können sie sich auch diese nicht mehr leisten.“  Sie müssen sich oft Geld leihen – die Gefahr in eine „Schuldenspirale“ zu geraten, ist groß. Die Familien haben Angst vor Zwangsräumungen, auch wenn manche Jordanier die Miete aus Solidarität oft monatelang stunden. Einige überlegen sogar, wieder in das vom Krieg erschütterte Syrien zurückzukehren. „Geld für Miete ist das wichtigste für uns. Wenn wir sie nicht bezahlen können, müssen wir wieder nach Syrien zurück. Ich kann meine Kinder hier nicht auf der Straße leben lassen“, erzählt Hai, ein Flüchtling.

 „Die Haushalte, die ich besucht habe, sind nicht für den Winter vorbereitet, wenn die Temperaturen auf null Grad fallen“, so Scharrenbroich. Laut der Studie von CARE haben über 80 Prozent der befragten Haushalte keinen Zugang zu einer Heizquelle. Viele Eltern berichteten: „Wir haben nichts zum Heizen, keine Decken und keine warme Kleidung. Wir machen uns Sorgen. Es wird sehr kalt werden und es ist sehr feucht in unserer Wohnung.“

 „Diese Familien sind aus Angst um ihr Leben von zuhause geflohen. Doch jetzt leben sie in Armut und müssen sich auf einen harten, kalten Winter einstellen. Deswegen unterstützen wir etwa 20.000 Flüchtlinge, damit sie Nahrung, Miete, Decken und Heizungen kaufen können. So geraten sie nicht in noch größere Armut und Not“, so Scharrenbroich.