Schwere Schäden in Indien und Bangladesch

Auch einen Monat nach Wirbelsturm Aila ist die Lage kritisch

Dhaka/Neu Delhi/Bonn, 16. Juni 2009. Fast zwölf Millionen Menschen in Ostindien und Bangladesch sind von den Folgen des Wirbelsturms Aila betroffen. Einen Monat nach der Naturkatastrophe wurden in Indien 126 Todesfälle gezählt, in Bangladesch waren es 190. Viele Einwohner vermissen ihre Angehörigen, allein in Bangladesch sind über 7.000 Menschen verletzt. Vor allem in entlegenen Gebieten warten noch viele Betroffene auf Unterstützung. Sie haben ihre Häuser, Felder und Tiere verloren.

In Indien wurden eine Million Häuser zerstört

In Indien sind sieben Millionen Menschen von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, vor allem die mangelnde Trinkwasserversorgung ist besorgniserregend. Mit dem Sturm kam auch die Flut, die eine Million Häuser zerstört und den Großteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche überschwemmt hat. Das Salzwasser zerstört nicht nur die Felder, sondern auch alle noch bestehenden Trinkwasserquellen. Mittlerweile sind die Menschen vor Ort abhängig von der Notversorgung der Regierung und von Hilfsorganisationen wie CARE, die Trinkwasser, Nahrung und Medikamente zur Verfügung stellen. Das Salzwasser fließt kaum ab steht teilweise meterhoch und birgt so selbst in den über 800 Nothilfecamps erhebliche Gesundheitsrisiken. Vor allem Durchfallerkrankungen erscheinen immer häufiger.

CARE beginnt mit der Notversorgung
Die Lage in Indien ist kritisch. CARE hat daher in der Krisenregion Notpakete mit Trinkwasserkanistern, Wasserreinigungstabletten, Seife und Nahrungsmittel an über 4.500 Familien verteilt. Für die vielen Menschen, die obdachlos geworden sind, errichtet CARE Unterkünfte.

Alle Mühen umsonst

Kurz nachdem Aila am 25. Mai auf die Küste der beiden Länder traf, hat das Nothilfeteam von CARE in Bangladesch Wasseraufbereitungsanlagen installiert. Diese Anlagen können stündlich 3.000 Wasser filtern. Zudem hat CARE nahrhafte Proteinkekse an 5.000 Familien verteilt. Der Wirbelsturm Aila hat denselben Teil des Landes getroffen, der bereits vor zwei Jahren vom Wirbelsturm Sidr zerstört wurde. „Jetzt sind die Menschen wieder betroffen“, sagt Nick Southern, Länderdirektor von CARE in Bangladesch. Viele Gemeinden, die damals betroffen waren, hatten gerade erst mit dem Wiederaufbau begonnen. Häuser, Straßen und Reisfelder wurden nun durch Aila erneut zerstört. „Durch einen unglücklichen Zufall hat der Sturm Aila das Land während Flut getroffen, so dass die nachfolgenden Wellen einfach die Schutzdämme durchbrachen.“

Anders als in Indien verbessert sich die Situation in Bangladesch jedoch von Tag zu Tag. Durch die Unterstützung der Armee ist es der Regierung inzwischen gelungen, auch die Versorgung schwer erreichbarer Gegenden mit Hilfsgütern zu sichern. Einen Monat nach der Katastrophe können die meisten Betroffenen in ihre Häuser zurückkehren, auch wenn viele schwer beschädigt sind.