Serbien und Bosnien: Schwere Überflutungen

Ganze Dörfer von Hilfe abgeschnitten / CARE plant Hilfsgüterverteilungen.

Nach heftigen Regenfällen haben die Regierungen in Bosnien und Serbien Ende vergangener Woche den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Regenfälle haben zu den schwersten Fluten seit 120 Jahren geführt, einige Gemeinden sind völlig von Hilfe abgeschnitten. Am Montag belief sich die Zahl der Todesopfer auf 50, allerdings wird befürchtet, dass noch mehr Menschen ihr Leben verloren haben.

CARE-Mitarbeiter Sevko Bajic berichtet: „Ich war in Bijeljna zu Besuch bei einer Partnerorganisation, als die Fluten eintrafen. Flüsse sind übergetreten, Straßen wurden überschwemmt. Das Wasser stieg unaufhaltsam.  Ich sah die Furcht in den Augen der Menschen am Straßenrand. Ich fragte, ob jemand verletzt sei. Sie antworteten: ‚Nein, aber wir haben alles verloren. Was wird nun aus uns? Niemand wird uns helfen.‘

Auf dem Rückweg nach Sarajevo sah Sevko verzweifelte Szenen: „In Skender Vakuf konnte ich kaum die Straße passieren und kurz hinter mir brach dann eine riesige Schlammlawine vom Berg ab und zerstörte einige Häuser. Von einer auf die andere Sekunde war alles kaputt. In Travnik sah ich überflutete Häuser und Menschen, die wie festgefroren am Wegesrand standen und weinten. Ich habe auch den Krieg hier erlebt. Nun verlieren die Menschen wieder ihre Hoffnung.“

CARE-Mitarbeiterin Naida Kudusic berichtet von dramatischen Szenen auf dem Weg von Srebrenica nach Sarajevo: „In der Nähe von Potočari waren die Menschen in Panik, sie sammelten alles, was sie retten konnten. Einige versuchten, Sandsäcke um ihre Häuser zu legen, um sie zu schützen. Ganze Gewächshäuser wurden von den Wassermassen weggeschwemmt.“

Auch wenn die Regenfälle abnehmen, bleibt der Zugang zu den betroffenen Regionen sehr schwierig. CARE koordiniert seine Hilfsmaßnahmen mit Partnerorganisationen und lokalen Behörden. Es sollen Hilfsgüter wie Schaufeln und Gummistiefel sowie Wasserpumpen verteilt werden, auch Trinkwasser in Flaschen wird dringend benötigt.

CARE Deutschland-Luxemburg stellt 10.000 Euro Soforthilfe bereit, benötigt aber noch weitere Mittel, um Hilfe leisten zu können. CARE arbeitet seit den 1990er Jahren auf dem Balkan und unterstützt dort Minderheiten, Jugendliche und besonders Frauen.