Sierra Leone: Fatmata strahlt!

Seit dem Ausbruch von Cholera in Sierra Leone unterstützt CARE die betroffenen Gemeinden mit Hygieneartikeln und Schulungen

Das Dorf Masongbo im Herzen der Region Makari Gbanty  ist das Zuhause von mehr als 2.000 Menschen. Als die Cholera-Epidemie in Sierra Leone vor einigen Wochen ihren Höhepunkt erreicht hatte, verteilte ein CARE-Team Hilfspakete an 100 gefährdete Familien im Dorf. Diese enthielten Seife, Tabletten zur vorsorglichen Reinigung des Wassers und Medikamente für den Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes bereits mit Cholera infizierter Menschen. Die CARE-Mitarbeiter erklärten jeder Familie ganz genau, wie sie die Hilfsgüter anwenden müssen. Sie benutzten Bilder und Vorführungen um sicherzustellen, dass jeder in der Familie versteht, wie man sich auch unter schwierigen Umständen vor der Cholera schützen kann: Hände waschen, nur abgekochtes Wasser benutzen und das Essen sorgfältig kochen. Diese alltäglichen Dinge werden in schwierigen Zeiten überlebenswichtig.

Zwei Wochen nach der Verteilung der CARE-Pakete bin ich mit meinen Kollegen noch einmal ins Dorf gefahren um zu sehen, ob unsere Ratschläge von den Dorfbewohnern auch weiterhin beherzigt werden. An dem Tag unseres Besuchs ist gerade große Betriebsamkeit, denn das Gesundheitszentrum bietet Untersuchung für Neugeborene an. Mütter lugen ängstlich über die Schulter einer Gesundheitsberaterin, als diese jedes Baby wiegt.

Wir werden von einer strahlenden Fatmata begrüßt, die das CARE-Fahrzeug schon von weitem gesehen hat und sich freut, uns zu empfangen. Fatmata ist eine Freiwillige, die uns bei der Verteilung der Hilfsgüter geholfen hat. Sie kennt die Symptome von Cholera auswendig und weiß, wie man den Ausbruch der Krankheit verhindern kann. Auf die Frage, warum sie als Freiwillige arbeitet, antwortete sie prompt: „Ich will meiner Gemeinschaft helfen. Ich habe nur wenig Bildung bekommen, aber die muss ich dazu nutzen, um meiner Gemeinschaft zu helfen.“

Und sie hat ihr Wort gehalten: Voller Eifer hat sie ihr Wissen mit der Dorfbevölkerung geteilt. Bei unserem Besuch herrschte im Dorf ein großes Bewusstsein über die Anzeichen der Cholera. Jeder Dorfbewohner, mit dem wir gesprochen haben, konnte uns genau berichten, woran man die Krankheit erkennt und wie man sie verhindern kann. Die Menschen wussten, wie man die Hilfsgüter aus den CARE-Paketen anwenden muss und was zu tun ist, wenn man befürchtet, sich angesteckt zu haben. Zudem befand sich bei allen geprüften Haushalten genau die richtige Menge an Chlor im Trinkwasser.

„CARE hat hier großartige Arbeit geleistet“, berichtet Fatmata strahlend. „Ihr habt unsere Leben gerettet, indem wir gemeinsam verhindern konnten, dass die Krankheit hierhin kommt. Schaut nur, wir ändern unsere Gewohnheiten. Seht nur wie sauber das Dorf ist!“

Und sie hat recht. Die Wirkung der einfachen Vorsorge- und Aufklärungshilfen ist deutlich sichtbar. Masongo zeigt sich als sauberes, gepflegtes Dorf mit müllfreien Wegen und ordentlichen Vorgärten. Die Luft ist frisch und rein. Es gibt keine Anzeichen oder Gerüche von falscher Abfallentsorgung oder unzureichenden Abwassersystemen.

„Unser Dorf Masongbo hat bis heute noch keinen einzigen Fall von Cholera“, erzählt Fatmata uns stolz. „Und wir sind sehr dankbar, dass CARE uns gezeigt hat, wie wir unsere früheren Gewohnheiten ändern und gesund leben können.“