Simbabwe: Die Männer und die Hausarbeit

„Egal ob Kochen, Waschen oder die Hühner füttern: Das sind Aufgaben, die alle etwas angehen.“

„Die Mischung macht es“, sagt Tengeyi Junior, während er das Essen im Topf auf der Feuerstelle umrührt. Er kocht gerade Sadza, das Grundnahrungsmittel in Simbabwe. „Man braucht nur Wasser und Maismehl. Das Wichtigste ist das Umrühren“, erklärt er. „Es darf nicht verkleben.“

Hausarbeit – das bedeutet Kochen, Wasserholen, Putzen und auf die Kinder aufpassen –  war in Afrika lange Frauensache. Simbabwe ist da keine Ausnahme, doch bei Tengeyi im ländlichen Dorf Bikita ändert sich das gerade. „Traditionellerweise kümmern sich die Frauen um den Haushalt. Aber wie sollen wir als Familie wachsen, wenn wir nicht alle zusammenarbeiten?“

Tengeyis Zuhause ist dank ihm und seiner Frau Martha makellos. Sie wohnen in einer traditionellen Rundhütte, die mit Stroh gedeckt ist. In der Mitte brennt ein kleines Feuer, an der Rückwand steht ein Regal mit sorgsam angeordnetem Emaille- und Kochgeschirr. Daneben stehen große Eimer mit Wasser aus dem nahegelegenen Brunnen, die durch Deckel vor dem Staub geschützt werden.

Tengeyi ist Teil einer Männergruppe in seiner Gemeinde, die von CAREs USAID – ENSURE Projekt finanziert wird. Die zehn Männer treffen sich einmal im Monat, um über Themen zu sprechen, die sie täglich beschäftigen. Darunter fällt auch die gerechte Aufteilung der Hausarbeit. Doch bevor sie zu den ernsten Themen kommen, spielen sie bei jedem Treffen erst eine Runde Fußball – so viel Zeit muss sein.

Die Zukunft ist der Schlüssel

„Wir unterhalten uns über Geschlechterrollen; darüber, wie wichtig es ist, dass wir unsere Töchter zur Schule schicken. Und warum wir unbedingt mit ihnen zum Arzt gehen müssen, wenn sie krank sind“, erzählt Tengeyi. „Wir sprechen außerdem über Ernährung. Wir alle wissen, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder sich ausgewogen ernähren und Milch, Eier und Gemüse essen.“

Die Altersspanne in Tengeyis Gruppe reicht von 16 bis 45. Tengeyi selbst ist 34 Jahre alt. Leider muss er immer wieder feststellen, dass es in seiner Gemeinde noch viele Herausforderungen gibt. „Vor allem ältere Männer machen uns Probleme. Besonders die, die mit mehr als einer Frau verheiratet sind.“

„Die Zukunft ist der Schlüssel“, sagt Tengeyi. Er ist Vater von vier Kindern, drei davon sind Jungen. „Ich möchte, dass alle meine Kinder im Haushalt helfen. Ganz egal, ob es ums Kochen, Waschen, oder das Füttern der Hühner geht. Das sind Aufgaben, die alle etwas angehen.“

Tengeyi kann nicht nur Sadza kochen, sondern auch sehr gut braten und backen. Doch wenn Martha sein Essen probiert, kommt er immer noch ins Schwitzen. „Mein Mann ist ein so viel besserer Koch als ich“, sagt sie lachend. „Was immer er macht, es schmeckt besser als das, was ich koche.“

Und wer spült nach dem Essen das Geschirr? Martha und Tengeyi gucken sich an und lachen: „Die Aufgabe teilen wir uns natürlich.“

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