Simbabwe: Wasserholen mit Susan

Wasser ist in Simbabwe Mangelware. CARE unterstützt Dorfgemeinden bei der Reparatur von Bohrlöchern, damit es Zugang zu sauberem Wasser gibt.

Susan Magura lebt mit ihrer Familie in einer kleinen strohbedeckten Hütte im Süden Simbabwes. Hier sind Dürren keine Seltenheit. Früher holte sie Wasser an einem Fluss. Aber der war sechs Kilometer weit entfernt. Jeden Tag lief Susan daher über vier Stunden – auf dem Rückweg wogen die Kanister schwer. Zusammen mit ihrer Tochter transportierte sie deswegen zweimal jeden Tag drei Kanister je 20 Liter mithilfe einer Schubkarre. Aber das Wasser, das sie mühsam für die Familie geholt hatten, konnten sie nicht nutzen. Es war nicht sauber genug, um es zu trinken. „Es sah sauber aus, deswegen tranken wir es. Aber meistens haben wir danach Bauchschmerzen oder Durchfall bekommen“, erzählt Susan. Vor einem Jahr hat Susan gemeinsam mit CARE vier Kilometer von ihrem Haus ein Bohrloch repariert. Hier kann sie nun sauberes Wasser holen. Bis zu 2.400 Menschen kommen täglich zu dem Bohrloch. Um es instand zu halten, wurde ein Komitee gegründet. 

Die Gemeinde ist stolz auf die gemeinschaftliche Wasserreserve und hilft, sie zu pflegen. Im Wartungsfall kann das Komitee Reparaturen selbst übernehmen. “Wir haben auch einige Regeln zur Nutzung des Bohrlochs aufgestellt“, erklärt Andrew, der Sekretär des Komitees. „Das Bohrloch soll so lange wie irgend möglich erhalten bleiben.“  Diejenigen, die die Regeln brechen, müssen eine Strafe zahlen, die für zusätzliche Arbeitskosten wie Reparaturen verwendet wird. „Wenn wir schon so etwas Wunderbares haben, wäre es sehr schade, wenn wir es nicht gemeinsam erhalten würden“, sagt Andrew.

Das Komitee kümmert sich aber nicht nur um das Bohrloch. Es hat auch erreicht, dass die Rechte und Bedürfnisse der Frauen in der Gemeinde geachtet werden. In Andrews Familie zum Beispiel holt jetzt nicht nur seine Frau Wasser, sondern auch Andrew und die drei Söhne. „Meine Frau ist Lehrerin. Morgens und abends holen wir das Wasser jetzt immer zusammen“, erzählt Andrew.

Wasser im Überfluss zu haben, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Doch die meisten Menschen außerhalb Europas können nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen. Lesen Sie mehr über das Thema im Magazin CARE Affair "Wasser".

Susan ist vor allem glücklich, dass sie jetzt mehr Zeit für ihre Kinder hat und weniger Angst um ihre Gesundheit haben muss. „Ich bin sehr glücklich, dass es nun sauberes Wasser am Bohrloch gibt. Zudem lernen wir als Gemeinde, wie wir es aufrechterhalten können, wie wir das Wasser pumpen und nicht verschmutzen. Ich hoffe, dass meine Kinder gesund aufwachsen, eine ordentliche Bildung erhalten und vor allem die Arbeit von CARE zu schätzen lernen.“