Sponsorenlauf des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Köln: Ja, wofür laufen sie denn?

Präsident von CARE Japan: „So viel Solidarität und Mitgefühl geben mir Hoffnung“

Hunderte Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Köln haben am Dienstag den Schulalltag gegen einen Sponsorenlauf eingetauscht. Runde für Runde liefen sie durch den um den Schulhof gelegenen Park und sammelten Geld für die Japan-Hilfe von CARE. 

„Die Schüler und Lehrer waren wie jeder völlig geschockt vom Ausmaß der Katastrophe. Uns war schnell klar: Da müssen wir etwas machen, für Japan, aber auch, um den Kindern das Ereignis näher zu bringen“, erklärte Felicitas Röttgen, Lehrerin für Geschichte und Englisch und Initiatorin des Spendenlaufs. Meist haben sich Eltern oder andere Verwandte bereit erklärt, für jeden Kilometer etwas zu spenden. Aber auch Schüler untereinander haben sich auf ihre Laufkarten eingetragen. 

„Wenn man schon die Chance hat, Menschen in Japan zu helfen, sollte man das auch machen. Außerdem bewegt man sich dabei und hat Spaß“, sagte Lisa aus der neunten Klasse, die sich fest vorgenommen hat, die ganzen vier Stunden mit Pausen durchzulaufen.

 „Herausforderung annehmen, Haltung entwickeln, Gemeinschaft stärken“, so lautet das Motto der Heinrich-Heine-Schule – und das nahmen Schüler, Lehrer und Eltern sehr ernst. „Am Anfang wollten wir den Lauf eigentlich nur mit den 5. und 6. Klassen machen. Aber die ganze Schule war motiviert, mitzumachen. Es sollte etwas Großes werden. Es musste etwas Großes werden, auch weil die Katastrophe so groß ist“, sagte Felicitas Röttgen, die selbst mehrere Runden lief. 

Besonders gefreut haben sich die Schüler deshalb auch, dass Takanori Kazuhara, Präsident von CARE Japan, den Lauf eröffnet hat. Mit sanfter Stimme sang er – auf einem Sprungkasten inmitten der Schüler stehend – „Loreley“ von Heinrich Heine auf Japanisch. Die Schüler nahmen die Gelegenheit war, ließen sich japanische Buchstaben beibringen und stellten dem 76-Jährigen Fragen über sein Land und die Dreifachkatastrophe – aber auch über Sushi und den Fußballspieler Shinji Kagawa. 

Für Takanori, der seit Jahrzehnten mit einer Deutschen verheiratet ist, bedeutet das Engagement der Schüler mehr als nur weitere Spenden für Japan. „Japan ist so weit weg von Deutschland. Trotzdem teilen die Kinder hier das Leid der japanischen Kinder, als wäre es ihr eigenes. Ihre Solidarität mit meinem Land beeindruckt mich sehr. Das möchte ich an die Kinder in den Evakuierungszentren weitergeben. Sie sollen wissen, dass die Menschen in Deutschland an sie denken. Das gibt mir und den japanischen Kindern sehr viel Kraft und Hoffnung.“ Das Wort Hoffnung sagte er auf Deutsch.

Hören Sie hier, was Lehrer, Schüler und der Präsident von Japan zum Sponsorenlauf am Heinrich-Heine Gymnasium sagen!