Sri Lanka: Harke, Spaten und ein neues Leben

Durch den Bürgerkrieg in Sri Lanka sind viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden. Bis heute stehen die Menschen vor großen Herausforderungen.

Anaivilundha ist ein kleines Bauerndorf im Kilinochchi Distrikt im Norden Sri Lankas. Die ganze Region wurde von dem 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Ende des Konflikts im Jahr 2009 hilft CARE vertriebenen Familien, die sich wieder in ihrer Heimat ansiedeln wollen.

Krishnasami Kalyani ist 42 Jahre alt und lebt inzwischen wieder in Anaivilundha. 1983 zog sie von hier weg, als die Gewalt zunahm. Seitdem wurden sie und ihre Familie mehrmals vertrieben. Krishnasami heiratete 1993 und zog nach Jaffna. Aber von dort musste ihre Familie wieder vor dem bewaffneten Konflikt fliehen und kam schließlich ins Auffanglager „Manik Camp“, bevor sie 2010 zurück in ihr Heimatdorf Anaivilundha kehren konnten. Das Paar bekam sechs Kinder, aber während Krishnasamis letzter Schwangerschaft  wurde ihr Mann schwer krank und starb. Seitdem hat sie psychische Probleme. Ihr ältester Sohn – 14 Jahre jung – und ihre betagte Mutter müssen sich nun um die Familie kümmern. Die Großmutter verkauft Erdnüsse auf dem Markt und dieses Einkommen muss nun für die Bedürfnisse der ganzen Familie reichen.

CARE war da, als uns niemand anderes half"

Nun ist die Familie also zurück in ihrer Heimat Anaivilundha, aber hat bis jetzt keinerlei Unterstützung für ihre Wohnung erhalten. Momentan leben sie in einer Hütte, die sie aus gesammelten Ästen und Zeltplanen gebaut haben. Es ist eine sehr schwierige Situation, vor allem für die Kinder. Und wenn es regnet, bietet die Hütte fast keinen Schutz. Kalyanis älteste Söhne gingen nicht weiter zur Schule, sondern verdienen als Tagelöhner Geld, um die Familie zu unterstützen.

CARE unterstützte die Familie nun dabei, wieder auf eigenen Beinen zu stehen: Mit einer Wasserpumpe, Werkzeug und Saatgut, um Pflanzen und Gemüse zu ziehen und sie dann zu verkaufen. „CARE gab uns Hilfsgüter für über 35.000 Rupien (225 Euro). Das hätten wir uns selbst nie leisten können. Aber es sind nicht nur die Dinge selbst, sondern auch der Zeitpunkt: CARE war da, als uns niemand anderes half. Die Mitarbeiter fragten uns, was wir brauchen und gaben uns Hoffnung und Selbstbewusstsein, um unser Leben wieder aufzubauen“, erzählt Krishnasamis ältester Sohn. Sie erwarten ihre erste Ernte von ihrem neuen Garten innerhalb von drei Monaten und hoffen, dass es sowohl für den Eigenbedarf als auch zum Verkauf reichen wird. Zuerst plante die Familie, ihre Erträge bei den Nachbarn zu einem billigen Preis zu verkaufen, da es keinen Markt gab. Aber CARE hat inzwischen im Dorf einen lokalen Marktplatz gebaut, zu dem auch Leute aus den umliegenden Gemeinden kommen. Dort kann die Familie von Krishnasami ihre Produkte zu einem besseren Preis verkaufen.