CARE-Statement zu Ergebnissen des Flüchtlingsgipfels

CARE begrüßt Zusagen und fordert Priorisierung von Mädchen und Frauen bei der Umsetzung

Gestern fand in New York ein von US-Präsident Obama initiierter Flüchtlingsgipfel statt. Die von den teilnehmenden Regierungschefs versprochene Steigerung der humanitären Hilfe um 30 Prozent, die Verdopplung der dauerhaften Umsiedlungen und das Versprechen, den Zugang zu Bildung, Arbeitsplätzen und medizinischer Versorgung auszuweiten, werden den Flüchtlingen ein selbstständigeres und menschenwürdigeres Leben ermöglichen.

Doch obwohl diese Verpflichtungen bedeutend sind, betreffen sie dennoch nur einen Teil der Herausforderungen, denen sich die weltweit rund 21,3 Millionen Flüchtlinge täglich stellen müssen. CARE kritisiert, dass die Zusagen die Ursachen ausklammern, die auf der ganzen Welt zu Vertreibungen führen.

Während in New York das Gipfeltreffen stattfand, brach in Syrien die ohnehin fragile Waffenruhe zusammen. Dies bedeutet, dass weitere Syrer aus ihrer Heimat vertrieben und noch mehr unschuldige Menschen ums Leben kommen werden. Bis die Politiker endlich handeln und eine politische Lösung für eine Beendigung des Syrienkonfliktes finden, wird die Zahl der Vertriebenen weiter steigen.

Die Regierungen müssen für die schnelle Umsetzung ihrer Zusagen sorgen. Davon hängt das Leben von Millionen Menschen ab.

CARE fordert die Regierungen dazu auf, bei der Umsetzung ihrer Versprechen Frauen und Mädchen zu priorisieren. Kurz vor dem Flüchtlingsgipfel lud CARE Diplomaten und Aktivisten zu einer Veranstaltung ein, bei der die Weltmächte dazu aufgefordert wurden, sichere und legale Fluchtwege für Frauen zu schaffen, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen, damit sie ihr Leben nicht in die Hände von Schmugglern geben müssen. CARE forderte, dass Frauen auch am Flüchtlingsgipfel beteiligt werden.

Mit den Worten von Mina Jaf, einer kurdischen Flüchtlingsaktivistin: „Seht uns nicht bloß als Opfer oder passive Hilfsempfänger, denn wir haben eine Menge beizutragen und wollen an der Lösung der Krise beteiligt sein.”

CARE begrüßt den für nächstes Jahr angekündigten Folgegipfel. Dieser wird eine wichtige Gelegenheit bieten, zu überprüfen, inwiefern die 52 Regierungschefs und internationalen Repräsentanten ihre Versprechen eingehalten haben.

Doch so lange die Auslöser der globalen Vertreibungen nicht angegangen werden, behandeln die Weltmächte bei ihren jährlichen Gipfeltreffen weiterhin nur die Symptome und werden keine dauerhafte Lösung finden.