Südsudan: „Ein Tukul für die ganze Familie“

CARE unterstützt im Südsudan Rückkehrer. Die alleinerziehende Chuol ist eine von ihnen.

Chuol weiß, dass es ist nicht einfach ist, sein altes Leben hinter sich zu lassen und woanders noch mal neu anzufangen. Vor der Unabhängigkeit des Südsudans im Juli 2011 lebte sie in Khartum, der sudanesischen Hauptstadt. Doch die Entscheidung, wieder in die alte Heimat - den Südsudan - zurückzukehren, fiel ihr leicht. Noch bevor die Unabhängigkeit endgültig anerkannt war, registrierte sie sich und ihre Familie als Rückkehrer und machte sich auf den Weg. 

Den Norden verließ sie ohne ihr Hab und Gut. "Lebensmittelpreise und andere alltägliche Produkte waren günstiger in Khartum. Hier ist alles teurer und es gibt kaum Schulen und Krankenhäuser. Dennoch sind meine Familie und ich glücklich, wieder Zuhause zu sein", sagt Chuol. 

Chuol baute ihr Tukul selbst 

Ihre Familie kehrte im Januar 2011 nach Unity State zurück. Unity State liegt im Norden an der Grenze zum Sudan, wo viele Rückkehrer ankommen. Dort konnte Chuol ein kleines Stück Land erwerben, wo sie sich einen Tukul, eine kegelförmige Lehmhütte mit Strohdach, baute. Den Bau dichtete sie mit Plastikplanen ab, damit ihr kleines Haus trotz Regenzeit trocken bleibt. Von CARE hat Chuol das Material für ihre Unterkunft bekommen - genauso wie 3.600 weitere Rückkehrer in Unity State. Chuol ist glücklich über die Unterstützung von CARE: "Ich bin alleinstehend, muss mich um meine sieben Kinder kümmern und habe kein festes Einkommen. Ohne die Hilfe von CARE hätte ich kein Dach über dem Kopf". 

Das Tukul hat sie selbst gebaut. Sie grub die Löcher, um die Stützpfeiler ihres Tukuls im Boden zu verankern und baute die Wände aus Lehm. Ihre Nachbarn halfen ihr, das Dach mit Stroh zu bedecken. CARE stellte Schaufeln und andere Geräte bereit, die vor allem das Ausheben der Erde erleichterten. Zudem wurde ihr gezeigt, wie man einen wetterfesten Tukul errichtet. CARE-Gemeindehelfer unterstützten Chuol beim Bau mit Fachkenntnissen. 

Rechtzeitig vor der Regenzeit war das Tukul fertig. Am Schluss hat Chuol gemeinsam mit den CARE-Helfern die Eingangstür eingesetzt. Jetzt möchte sie mit der Aussaat beginnen. Bald schon wird Chuol das Feld bestellen können. Während sie auf dem Acker arbeiten wird, muss ihr ältester Sohn auf die jüngeren Geschwister aufpassen. Aber ihre Nachbarn unterstützen die alleinerziehende Mutter. Die Gemeinde der Rückkehrer hält zusammen. Das macht Chuol stark. "Auch wenn uns noch viele Herausforderungen bevorstehen, meine Familie und ich haben ein Dach über dem Kopf. Ein Tukul, das wir selbst gebaut haben."