Südsudan: Langes Warten, kein Wasser

CARE unterstützt tausende Rückkehrer in den Südsudan mit sauberem Wasser, Nahrungsmitteln und Baumaterialen für Unterkünfte. Weitere Hilfe wird dringend benötigt.

Seit der Unabhängigkeit des Südsudan im Juli 2011 sind bereits mehr als 360.000 Südsudanesen aus der Republik Sudan in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Für eine weitere halbe Million Südsudanesen ist der 8. April ein Stichtag - dann müssen sie sich entscheiden, ob sie als Gastarbeiter im Sudan bleiben oder das Land verlassen möchten. 

CARE rechnet daher mit großen Flüchtlingsströmen in den nächsten Wochen, wenn tausende Rückkehrer die Grenze passieren werden. Die meisten Menschen werden mit dem Zug in der nördlichsten Provinz Bahr el Ghazal ankommen, um von dort aus ins Landesinnere zu reisen.  Auf diesem Weg machen sie Halt in der Provinz Unity State, eine Provinz weiter westlich zu Bahr el Ghazal, wo nach Schätzungen von CARE pro Tag 10,000 Menschen ankommen werden. 

Lange Wartezeiten

„Viele Rückkehrer werden sehr lange Zeit warten müssen, um weiter reisen zu können“, so Peter Avenell, stellvertretender Länderdirektor von CARE Südsudan. „Die Menschen benötigen Hilfe und Unterstützung in dieser Übergangszeit. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten nicht mehr in ihrer Heimat gewesen, andere haben nie dort gelebt.“ 

Gemeinsam mit südsudanesischen Behörden, den Vereinten Nationen und anderen Nichtregierungsorganisationen bereitet sich CARE auf die Rückkehrer vor. „Allerdings haben selbst die Vereinten Nationen und wir Hilfsorganisationen zusammen nicht genügend Mittel, um die notwendigen Hilfsmaßnahmen für eine derart große Anzahl an Menschen vorzubereiten", sagt Peter Avenell. 

Ausbleibender Regen, die kritische Sicherheitslage und die hohe Zahl der Rückkehrer hat in der Vergangenheit die Nahrungsmittelknappheit verschärft. CARE schätzt, dass in den kommenden Monaten etwa acht Millionen Menschen nicht ausreichend zu essen haben werden.

Nahrung, sauberes Wasser und Unterkünfte 

CARE plant, die Flüchtlinge mit Nahrung und Wasser zu versorgen und Sanitäranlagen zu errichten. Damit die ankommenden Menschen ausreichend Trinkwasser haben, müssen vor allem Bohrlöcher instand gesetzt werden. Zusammen mit den Vereinten Nationen stellt CARE Baumaterial zur Verfügung, mit denen die Neuankömmlinge sich selber Unterkünfte – sogenannte Tukuls – bauen können. Zusätzlich wird CARE eine Gesundheitsstation in Unity State unterstützen sowie medizinische Grundversorgung in den Flüchtlingslagern anbieten. 

„Wir brauchen dringend Spenden. Die kommende Regenzeit Ende April wird die Versorgung der betroffenen Gebiete noch zusätzlich erschweren. Deshalb müssen wir jetzt mit den Vorbereitungen beginnen“, warnt Peter Avenell.