Südsudan: Mindestens eine Million Menschen benötigen dringend Hilfe

Die kritische Situation im Südsudan könnte durch die kommende Regenzeit noch verschärft werden.

Laut einem Bericht der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) der Vereinten Nationen (UN) und dem Welternährungsprogramm (WFP) ist die Ernährungssicherheit von 4,7 Millionen Menschen gefährdet. Eine Million Menschen benötigt Hilfe. 

Claudia Futterknecht - Leiterin des CARE-Länderbüros im Südsudan - erklärt, dass mit der folgenden Regenzeit neue Herausforderungen bevorstehen könnten: "Durch den Regen werden die Menschen von der lebenswichtigen Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Betreuung abgeschnitten sein. Viele Menschen haben bereits jetzt nicht ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung. Der Regen wird diese Situation noch verschlechtern. Die notleidende Bevölkerung im Südsudan benötigt unbedingt weiterhin Unterstützung. Denn viele Familien kämpfen nicht nur um ihren eigenen Lebensunterhalt, sondern helfen auch Flüchtlingen sowie Rückkehrern aus dem Sudan. Sie teilen mit ihnen das Wenige, das sie haben."

CARE ist in Unity State für den Gesundheitsbereich verantwortlich. In den vergangenen Wochen hat CARE bereits 24.000 Menschen in den Flüchtlingslagern Yida, Pariang und Nyiel unterstützt. Dazu zählen Impfungen, Nahrungsmittel sowie Hilfsleistungen für werdende beziehungsweise stillende Mütter und Kleinkinder. 

Das Zusammenleben lokaler Gemeinschaften stärken

In Jonglei unterstützt CARE die Bevölkerung bei der Bohrung von Brunnen und dem Bau von Latrinen. Frauen müssen nun keine stundenlangen Fußmärsche mehr auf sich nehmen, um Wasser für die Familien zu holen. CARE klärt die Bevölkerung außerdem über die Wartung von Wasserstellen sowie wichtige Hygienemaßnahmen auf. CARE verbessert den Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung und schafft neue Möglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhaltes. Dies stärkt auch das friedliche Zusammenleben der lokalen Gemeinschaften.

Abgesehen von der momentanen Nahrungsmittelkrise ist der Südsudan seit seiner Unabhängigkeit im Juli 2011 mit zahlreichen weiteren Herausforderungen konfrontiert. Bewaffnete Konflikte, Vertreibungen innerhalb des Landes und Flüchtlingsströme aus dem Sudan sind nur einige davon. Dennoch ist die Hoffnung groß, dass der Südsudan diese überwinden kann und in naher Zukunft ein demokratisches und wohlhabendes Land ist. 

CARE arbeitet seit 1993 in der Region und unterstützt die Bevölkerung mit Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Aber auch Projekte, die die Landwirtschaft an die zunehmende Dürre anpassen und Maßnahmen zur Friedenssicherung schaffen, sind ein wichtiger Bestandteil.