Syrienkonferenz in London: Höchste Zeit für neue Hilfsmaßnahmen

Am 4. Februar 2016 treffen sich Regierungsvertreter aus aller Welt in London zu einer hochrangig besetzten Geberkonferenz zu Syrien.

CARE und über 90 Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen fordern im Vorfeld der Geberkonferenz zu Syrien dringend neue Finanzzusagen für die Unterstützung syrischer Flüchtlinge und für Gastgemeinden in den Nachbarländern Syriens. Das Leid der Bevölkerung hat in den letzten fünf Jahren, seit Ausbruch des Bürgerkrieges, unvorstellbare Ausmaße angenommen: Innerhalb Syriens benötigen 13,5 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. Seit 2011 wurden damit pro Tag durchschnittlich rund 50 syrische Familien aus ihrer Heimat vertrieben.

Gemeinsam mit anderen Organisationen fordert CARE insbesondere mehrjährige Finanzierungszusagen. Regierungen, Finanzinstitutionen, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft sollten sich zusammenschließen. Der Grundstein für Wiederaufbau und Wachstum muss jetzt gelegt werden. Die Konferenz sollte sich zudem mit der Situation innerhalb Syriens befassen. Dazu zählen gezielte Angriffe, Belagerung und das Verhindern von humanitären Hilfslieferungen, unter denen die Zivilbevölkerung zu leiden hat.

Die Vereinten Nationen rufen derzeit zu rund 7,1 Milliarden Euro finanzieller Unterstützung für die Syrienkrise auf. Im letzten Jahr war der Hilfsappell zu weniger als 60 Prozent finanziert. Die Konferenzteilnehmer sind gefordert, in diesem Jahr sicherzustellen, dass die Vereinten Nationen und Aufnahmeländer die notwendigen Mittel erhalten. Privatsektor und Finanzinstitutionen sollten dazu beitragen, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Die Forderungen der Koalition auf einen Blick:

  • Zusätzliche und mehrjährige Finanzierungszusagen, um sofortige und mittelfristige Bedürfnisse der Flüchtlinge und Gastländer zu decken
  • Mehr Schutz für Zivilisten innerhalb und außerhalb Syriens: Angriffe auf Häuser, Schulen und medizinische Einrichtungen sowie Belagerung und Verhinderung humanitärer Hilfe müssen beendet werden
  • Gastländern ermöglichen, Hindernisse beim Zugang von Flüchtlingen zu Arbeit und grundlegenden sozialen Leistungen abzubauen
  • Mit einer Verpflichtung sicherstellen, dass syrische Flüchtlingskinder und Kinder in den Gastländern ab dem nächsten Schuljahr qualitativ hochwertige Bildung in sicherer Umgebung erhalten
  • Möglichkeiten der internationalen Finanzinstitutionen und des Privatsektors ausschöpfen, um in die ökonomische Entwicklung und den Wiederaufbau in der Region zu investieren
  • Mechanismen zur effizienten Umsetzung der Vereinbarungen schaffen
  • Die Rechte und Bedürfnisse der Flüchtlinge ins Zentrum aller Überlegungen stellen

Lesen Sie hier das gemeinsame Positionspapier in englischer Sprache von CARE und anderen humanitären Organisationen. Im Blog finden Sie die drei wichtigsten Forderungen von CARE im Vorfeld der Konferenz.