Syrische Flüchtlinge im Libanon: Auf der Suche nach einer neuen Heimat

Im Libanon leben 60 Prozent der syrischen Flüchtlinge in Häusern oder Wohnungen. Ungefähr 30 Prozent sind jedoch gezwungen in informellen Flüchtlingslagern, unfertigen Häusern, verfallenen Gebäuden oder Garagen zu leben. Die Lebensbedingungen für sie sind hart.

Ungefähr 40 Kilometer südlich von der libanesischen Hauptstadt Beirut, im Libanon-Gebirge, leben 33 syrische Flüchtlingsfamilien – das sind etwa 160 Menschen. In einem kleinen Olivenwald, umgeben von felsigen Hügeln, leben die Flüchtlinge – in Zelten und anderen  temporären Unterkünften. Den Besitzer des Olivenwalds nennen die Flüchtlinge nur "Herr Ali". Der Libanese im mittleren Alter entschied vor acht Monaten, den Flüchtlingen zu helfen. Die Schule, in der die Flüchtlinge davor untergekommen waren, hatte wiedereröffnet und die Familien mussten das Gebäude verlassen.

Ein improvisiertes Flüchtlingslager im Olivenwald

Herr Ali hat nicht nur Land zur Verfügung gestellt, sondern auch dabei geholfen Zelte aufzubauen. Der erste, der das Angebot annahm, war ein 51-jähriger syrischer Flüchtling. Er will seinen Namen nicht nennen. Er hat sich mit seiner Frau, seinen sechs Kindern und seiner 18 Monate alten Enkeltochter auf den Weg gemacht. „Ich habe als erstes das Zelt aufgestellt. Sonst hatten wir nichts: kein Wasser, keine Elektrizität – nur eine Kerze“, erzählt er. In den ersten Tagen brach sein Zelt bei einem Sturm zusammen. Woche für Woche ließen sich mehr Familien in dem Lager nieder. In der Schule konnte niemand bleiben. Auch ein Haus oder eine Wohnung zu mieten war keine Lösung. „Wir können es uns einfach nicht leisten“, sagt er.

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Trotz bescheidener Ausstattung ist die Nachfrage nach einem Platz im Lager hoch

Die Menschen unterstützen sich hier gegenseitig. Der 51-jährige Mann, der mit seiner Familie als erstes in das Lager zog, half jeder neuen Familie dabei, ihr Zelt aufzubauen. Mit Hilfe der finanziellen Mittel einer lokalen Organisation stellte Herr Ali Material bereit und errichtete einen Wasserzugang, sanitäre Anlagen sowie einen Gebetsraum. Die Ausstattung ist einfach und die Sanitäranlagen sind nur in begrenzter Zahl vorhanden: zwei Toiletten für Frauen, zwei Toiletten für Männer. 160 Menschen müssen sich diese Toiletten teilen. Die Eltern sorgen sich vor allem um die Gesundheit ihrer Kinder.

Immer mehr Flüchtlinge kommen in den Olivenwald, dabei platzt er schon jetzt aus allen Nähten. „Etwa 100 Familien stehen auf der Warteliste“, sagt Herr Ali. Aber ohne Hilfe für die Errichtung neuer Unterkünfte und Sanitäranlagen, oder für den Zugang zu Wasser und Elektrizität können sie nicht untergebracht werden.

Einigkeit unter syrischen Flüchtlingen: Sie wollen zurück in ihre Heimat

Welche Hoffnungen sie haben? Darauf antworten alle Flüchtlinge sehr ähnlich „Wir wollen zurückgehen, sobald wir können. Ich war Landwirt. Ich hatte mein eigenes Land und mein eigenes Haus. Ich vermisse mein Land. Ich vermisse mein Heim“, sagte der 51-jährige  „Erstbewohner“, der das informelle Lager im Libanon-Gebirge eröffnete. „Aber wir wissen nicht wie lange der Krieg noch dauern wird…es könnte sehr lange dauern, länger als wir denken“.

Hintergrund: Im Libanon unterstützt CARE städtische Flüchtlinge, Menschen in informellen Lagern und gastgebende Gemeinden. CARE sichert ihren Zugang zu Informationen und Dienstleistungen, stellt Unterkünfte bereit und unterstützt Flüchtlinge mit psycho-sozialen und Einkommen generierenden Maßnahmen.